(56) Unser täglich Brot – Oder: Das kann ja jeder!

Auch wenn sich meine Mutter immer wieder gerne für ihr Backwerk entschuldigt, kann sie das mit dem Backen eigentlich sehr gut. Obendrein ist sie eine sparsame Schwäbin. Es wundert mich daher, dass sie früher so selten Brot gebacken hat. Vielleicht, weil sie damit unterfordert war? Brot backen gilt allgemein als umständlich und schwierig – zu Unrecht, so glaube ich inzwischen. Zumindest ein Hefeteig-Brot ist leichter herzustellen als viele denken. Muss ja noch nicht gleich Sauerteig sein.
Während  Brot selber backen in Deutschland ein echter Sparttrick ist, ist das hier nicht der Fall. Bei Preisen von drei Dollar für ein Päckchen Frischhefe spart man kaum Geld,  dafür aber Zucker, schlechten Geschmack und Zusatzstoffe. Darum werfe ich inzwischen etwa einmal die Woche unseren Gasofen an.
Es macht Spaß, mit verschiedenen Mehlsorten und Körnern rumzuprobieren und abzuwechseln. Und obwohl ich wirklich nicht begabt bin, ist mir noch kein Brot richtig missglückt. Einfache Rührkuchen dagegen schon! Ich habe nämlich leider Back-ADHS, jetzt kann ich´s ja sagen. Ich vergesse immer Zutaten und schaffe es nur mit Mühe, die Reihenfolge der Arbeitsschritte einzuhalten. Noch warte ich auf Backbuch-Autoren, die Rücksicht auf solches Klientel wie mich nehmen und Rezepte als Checklisten schreiben, anstatt im verschachtelten Fließtext, und die auf Partizipien verzichten wie „vorgeheizt“ oder  „geschlagen“, sodass nicht immer alles schon gemacht sein muss, wenn man gerade den Arbeitsschritt liest.
Also: beim Brotbacken kommt man zu Erfolgserlebnissen. Nicht jedes Brot schmeckte bisher gleich wunderbar, aber keines schmeckte schlecht  und alle wurden aufgegessen. Frisch gebackenes Brot ist auch ein schönes Mitbringsel. Ein besonders unkompliziertes Rezept für Einsteiger und Gelegenheitsbäcker, aber auch Überzeugungstäter fand ich bei der Naschkatze. Danke, Naschkatze!

Hier gehts zum Vollkornbrot von der Naschkatze

Brot

Dreikornbrot aus verschiedenen „Expats kehren heim und lassen Mehl da“-Resten