(69) Self Storage – Oder: Teures Gerümpel 

Wie es bei Hempels unterm Sofa aussieht, weiß jeder. Und wie es beim gemeinen New Yorker unterm Sofa aussieht? Vollgestopft.
Die Mieten sind so unaussprechlich teuer, die Wohnungen entsprechend klein, deshalb wird jeglicher Platz genutzt.  „Storage“ ist ein Riesenthema. Es gibt sogar extra Storage-Räumlichkeiten, die der New Yorker mangels Dachboden, Keller, Abstellkammer bzw. Räumen überhaupt, extern anmieten kann. Für die Skisachen, die Fotoalben oder was auch immer. Die investigative Life-Science Berichterstattung sah eigentlich vor, ein solches Storage-Gebäude zu Dokumentationszwecken aufzusuchen und zumindest von außen abzulichten. Zumal  gerade gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses, eines steht. Aber der Life-Scientist erlaubt nicht, dass ich da hingehe. Es blinkt dort nicht nur mehrmals die Woche das rote Blaulicht an genau derselben Stelle, sondern auch die Markierung in der Landkarte der digitalen Kriminalitätsstatistik. Wo es derart blinkt, sind die Mieten sicher billiger und es überrascht nicht, dass viele Storage-Geschäfte sich in solchen Bereichen angesiedelt haben.

Was das so kostet, etwas einzulagern? Eine Storage unit von drei Metern Länge, sechs Metern Breite und zweieinhalb Metern Höhe schlägt im Monat mit 436 Dollar zu Buche. Für diesen Betrag würde man in Südbaden locker eine Zwei-Zimmer-Wohnung bekommen, mit Fenstern! Allerdings kann man auch ganz schön was reinstopfen in so eine Unit, wenn man geschickt stapelt. Übrigens frage ich mich, ob es New Yorker gibt, die heimlich in einer Storage unit wohnen? Tagsüber Sonne tanken im Central Park, abends in eine Kiste kriechen, sich von Freunden anliefern und sich morgens wieder abholen lassen? Wer weiß?

Self Storage in Queens http://www.moishes.com/self-storage-services/

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Plastikfüße zur Erhöhung des Bettes und zur Steigerung der Lagerkapazität unter demselben