(84) Turn it around! Oder: Andere Länder, andere Zeiten

„Wer denkt, Deutschland sei bürokratisch, der hat echt keine Ahnung!“, sagte der Lifescientist neulich. Das stimmt irgendwie. Amerikaner lieben Zettel zum Ausfüllen und daher müsste ich inzwischen Übung haben, wenn es darum geht, in einem Formular das aktuelle Datum anzugeben. Ab und zu passiert es mir trotzdem noch: dass ich es falsch herum schreibe, zuerst den Tag und dann den Monat, so geht das nicht in Amerika.

So war es auch, als ich vor einigen Wochen eine Clubkarte für „Costco Wholesale“ beantragte. Der junge Mann am Serviceschalter war verwirrt, als er so etwas wie 15.12.2015 lesen musste. Welcher Monat sollte bloß der 15. sein? „Excuse me“, versuchte ich mich zu retten, „you have to turn it around.“ Da drehte der doch tatsächlich den Fragebogen um, wurde aber auch nicht schlauer, als alle Ziffern kopfstanden.

Ähnlich ging es mir auch, als ich den Community room unseres Hauses reservieren wollte, für das nächste Potluck das Family´s Networks in vielen Wochen. In dem Vertrag musste man sich verpflichten, auf Life-Musik, Alkohol, Kerzen und dergleichen mehr zu verzichten. Außerdem war ein genaues Zeitfenster anzugeben, in welchem man sich nicht zu amüsieren gedachte. Ich notierte 14:00 Uhr als voraussichtlichen Endpunkt. Die Dame vom Front desk sah mich entsetzt an. „What time ist that???“