(105) Dumpster Diving – Oder: Lampe fünf

Den Verlockungen der Konsumwelt habe ich weitgehend entsagt, jedoch erliege ich der Lust am Sperrmüll. Einfach vieles  noch viel zu gut, was hier so am Straßenrand steht. Das kommt von der Moverei. Man kann nicht alles mitnehmen. „Sperrmüll“ an sich gibt es hier gar nicht, Sperrgüter werden neben die Restmüllsäcke gestellt.

Direkt neben unserem Haus fand ich eine Stehlampe und wir haben ja erst vier. Es war immer noch punktuell zu duster, ehrlich! Als ich die Lampe zuhause einsteckte, ging sie nicht. Da musste wohl eine neue Birne her. Ein längliches Glasröhrchen – so etwas habe ich noch nie gesehen. Mamazon? Irgendwie teuer! Mehr Versand als Glühbirne. Glüh-Röhrchen im Dollarshop gefunden: $1,60 der Doppelpack.

Zuhause eingesetzt, blieb die Lampe immer noch dunkel. Dann die Stehlampe aufgeschraubt und ein loses Kabel entdeckt. Eine Plastikkappe war abgerutscht. Merkwürdige Plastikkappe! Die amerikanische Lüsterklemme musste das wohl sein. War aber leider nicht mehr zu gebrauchen.
Bei der nächsten Tour zum Dollarshop nach Lüsterklemmen gefragt: Hatte er gerade nicht da. Aber der Inhaber schickte mich doch tatsächlich zu nicht weit entfernten Konkurrenz, wo ich das gewünschte Produkt fand.
Mit der amerikanischen Lüsterklemme, genannt wire connector, war die Lampe tatsächlich noch zum Leuchten zu bringen. Ganz einfach: Kabelenden in die Kappe stecken und im Uhrzeigersinn festdrehen. Man braucht nicht einmal einen Schraubenzieher. Irgendwie cool. Machte auch nicht den Eindruck, als ob sie gleich wieder abfallen wollte.
Und was soll ich sagen: Lampe fünf ist verdammt hell. Und zwei Ersatzbirnen habe ich auch. Eine aus dem Doppelpack und die andere, die gar nicht kaputt war.
Ob ich an der nächsten Sperrmüll-Lampe vorbeigehen kann, weiß ich noch nicht.
„Gut, dass du Elektrikerin bist“, sagt der Lifescientist.

Luesterklemme
Die Amis. Stecken Kulifedern in Filzstiftdeckel und nennen es Lüsterklemme.