(117) Mädchenkekse – Oder: „Oh, what a girl can do!“

Auf dem Farmer´s Market findet am Samstag eine Verkaufsaktion der Pfadfinderinnen statt. Sie lernen dabei laut ihrer Organisation fünf entscheidende Fähigkeiten für ihr Leben: Sich Ziele zu setzen, Entscheidungen zu treffen, Rausgeld geben, mit Menschen umgehen und ethische Verhaltensweisen im Geschäftsleben. Backen lernen sie nicht, da die Kekse bereits fertig sind. Dafür können sie sich Plaketten verdienen in allen Farben des Regenbogens, je besser sie sich beim Keksverkauf anstellen.

Auf der Webseite des Keksprojekts werden folgende FAQS (Frequently asked Questions) zu den Mädchenkeksen gestellt und beantwortet:

– Kann man die Kekse auch online kaufen? – Ja.

– Werden die Mädchen zum Keksverkauf gezwungen? – Nein!

– Sind die Kekse koscher? Ja.

– Sind die Kekse vegan? – Manche.

– Gibt es sie auch glutenfrei? – Ja. Seit Kurzem.

– Enthalten sie Transfette? – Nein.

– Ist Palmöl drin? – Ja.

– Kann ich meinen Kekskauf von der Steuer absetzen? – Kommt drauf an.

– Warum werden keine Kekse verkauft, die Vollkornweizen enthalten, oder gar  kein Weizen, keinen Zucker, die low carb sind, kalorienarm, fettfrei usw? – Weil der Bäcker keine Zeit für Sperenzchen hat.

Nur eine Frage fehlt:

Was sollen Mädchen denken, wenn sie in einer Stadt, in der die Läden 24/7 und an jeder Ecke geöffnet haben, in Sichtweite zu einem Supermarkt industriell hergestellte Kekse verkaufen dürfen? – Dass man sie nicht ernst nimmt.

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„…Oh, what a girl can do!“

Kompetenz Nummer 3, das Money Management, war heute gefragt, als der Kaufbetrag von 4 Dollar mit meinem 5-Dollar-Schein zu verrechnen war. Die 38 jährige Gruppenleiterin beherrschte das Money-Management perfekt. Ob es die Kinder auch einmal so weit bringen werden, hängt davon ab, ob sie auch mal zum Zug kommen.