(127) Der „Egg Hunt“ – Oder: Wenn ich´s nicht selbst gesehen hätte…

Jedem Ort sein eigener Oster-Spleen. In meinem Heimatdorf werden zu Ostermontag unzählige rohe Hühnereier in den Rinnstein gelegt, die ein Heranwachsender einsammelt, während ein Gleichaltriger im Dauerlauf einen Krug Wein aus dem Nachbarort holt. Der Witz an der Sache ist, herauszufinden, wer von beiden schneller ist. Eine schöne Unterhaltung für die Dorfbevölkerung. Ich habe nur nie verstanden, ob und wie hier eine Wettbewerbsverzerrung vermieden wird, hängt doch die Anzahl der einzusammelnden Eier von der Spendenbereitschaft der Ortseinwohner ab, die von Jahr zu Jahr gewissen Schwankungen unterliegen mag, während die Wegstrecke zum Nachbarort konstant scheint. Ebenso fragte ich mich stets, angesichts der Tatsache, dass die eingesammelten Eier – so weit noch ganz – an eine Altenpflege-Einrichtung  gespendet wurden: Was essen die dort sonst?

Roosevelt Island hat sich zu Ostern auch eine lustige Tradition einfallen lassen. Die Eier sind hier – wie könnte es anders sein – aus Plastik. 8000 Stück seien es insgesamt gewesen, hieß es mal irgendwo, und immerhin 800 davon habe ich mit einer chinesischen, einer deutschen und einer österreichischen Mutter sowie einer russischen Nanny ehrenamtlich befüllt – mit Radiergummis, Tatoos und Stickern, die Grundschulkinderherzen höher schlagen lassen.
Der diesjährige „Egg Hunt“ war hier schon am Samstag. Irgend so ein Abgeordneter, dem es übrigens auch nicht entgangen war, dass ich, der kleine Schatz und der Lifescientist jetzt auch hier residieren, eröffnete die Veranstaltung von einer Trittleiter aus. Und was dann geschah, das sehr ihr unten.

egghunt

egghunt2

egghunt4

egghunt5