(132) About Buttons – Oder: Knöpfe kommen, Knöpfe gehen

Beim derzeit bekanntesten Onlinehändler gibt es nun eine neue Idee zur Förderung der Kundenbindung:  Der Nachbestellknopf, genannt „Dash Button“. Sieht aus wie ein Halter für den Einkaufswagenchip. Wenn im Privathaushalt nun beispielsweise ein Zellstoffprodukt auszugehen droht, drückt man einfach auf den im Badezimmer angebrachten Plastikknopf, der die Bestellung über Wi-Fi automatisch an das Smartphone sendet. Dort muss sie nur noch bestätigt werden, ehe sie Frei Haus geliefert wird. Die einmalige Anschaffung des jeweiligen Produkt-Buttons wird einem freundlicherweise auf die erste Bestellung angerechnet.

Eine Redakteurin von „Der Spiegel“ findet das mit dem Button allzu kurios und möchte beinahe an einen Aprilscherz glauben. Man gehe bald gar nicht mehr vor die Tür um einzukaufen, witzelt sie. Ja natürlich nicht, Frau Redakteurin, schon lange nicht mehr.

Apropos Button: „Just press the Button“ war ja bislang kostenlos bei  der katholischen Kirche auf Roosevelt Island möglich. Eine Vorrichtung zum spirituellen Button pressen sah ich neulich zwischen anderem Gerümpel beim verrückten Kirchenflohmarkt herumstehen. Ich hielt es für eine mir unbekannte ausrangierte Erweiterung des Elektroaltars – aus der Insel vor meiner Zeit, musste aber feststellen, dass es nur das Original gewesen sein kann. In der Kapelle fehlt es nämlich seitdem. Roosevelt Island hat eine Sehenswürdigkeit weniger. Und vom verrückten Kirchenflohmarkt erzähle ich ein anderes Mal.

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Draußen vor der Tür: Ein Obststand in Manhattan