(141) Auf der Mauer, auf der Lauer – Oder: Roommate

bedbugs

Stellt Ihr eure Koffer im Hotelzimmer auch in die Badewanne? Nicht? Solltet ihr aber. Zumindest wenn ihr in New York seid – Stichwort: Bettwanzen. Sie wohnen in Ritzen und Falten von Betten und machen es sich gerne auch mal in eurem Koffer gemütlich, von wo sie bequem in eine neue Heimat reisen können. Die kleinen Tierchen ernähren sich von unserem Blut. Juckende Bisse bringt das mit sich, gerne auch mehrere hintereinander, eine sogenannte „Wanzenstraße“. Das ist gruselig, aber gesundheitsgefährlich sind die Bisse nicht unbedingt. Durch sie kann in seltenen Fällen Hepatitis übertragen werden, aber dagegen impfen die Amerikaner ja schon mit Feuereifer. Der Forschernachwuchs hat mit gerade mal einem halben Jahr auch schon den dritten Hepatitis-Shot bekommen, das Geschrei habe ich immer noch im Ohr.
In einer Großstadt gibt es eben alles, was man sich vorstellen kann – auch einen Haufen Schädlinge. So viele Leute von überall her, auf engem Raum, ein Paradies für das Viehzeug. Und was macht die Daycare-Chefin, wenn eine Kakerlake durch ihre Spielräume flitzt? Drauftreten. Das wurde mir aus seriöser Quelle zugetragen.
Besonders misstrauisch sollte man übrigens sein, wenn sich beispielsweise in Hotels Handwerksbetriebe zu schaffen machen, deren Fuhrpark und Gerätschaften kein Firmen-Emblem trägt und wenn sie angeben, einen „Wasserschaden“ zu reparieren. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich um Fachkundige aus dem Schädlingsbekämfungs-Gewerbe handelt und dass die nicht umsonst vor Ort sind. (Wenn ich nur daran denke, von wie vielen „Wasserschäden“ in öffentlichen Einrichtungen man mir in letzter Zeit berichtet wurde…)
Eine mögliche Übertragungsquelle für Bettwanzen sind übrigens Second Hand (Polster-)Möbel. Ich weiß jetzt auch, warum gebrauchte Matratzen immer eingepackt in Folien zum Sperrmüll gestellt werden. Erst dachte ich, das sei Zufall, aber es ist tatsächlich inzwischen Vorschrift – unabhängig von einem Verdacht auf Befall.
Mit dem Thema „Bettwanzen“ habe ich mich vorher noch nie befasst. Man kann sich also nicht völlig bedenkenlos auf dem Sperrmüll oder im Thriftstore auf Schatzsuche gehen. Dass auch immer alles einen Haken haben muss…

rattenFoto: Tina

Ratten gibt´s auch. Nicht nur an der Wand.