(156) Dem Spender sei ein Trullala – Oder: mondän

Wir sind nicht nur echte New Yorker, sondern verfügen auch über entsprechende Kontakte, die es uns ermöglichen, jetzt im Sommer ein paar Tage bei den Hamptons unterzukommen, wo New Yorker gerne Urlaub machen. Ist halt schon was anderes, im mondänen Ferienhaus zu residieren, als mit vier Erwachsenen und drei Kindern im eigenen One-Bedroom zu hausen, wie in diesen Tagen erlebt. Wir merkten gleich: Es hat sich gelohnt, in der siebenstündigen Blechlawine von Boston bis Long Island auszuharren. Dass die Fähre ausgebucht war, ist schnell vergessen. „Oh-wow“, macht das größere der beiden Babys und spiegelt akustisch unsere eigene Begeisterung. Sie kann perfekt imitieren, auch das „Hüi-hüüü“-Geheule vom Doktorle hat sie schon drauf. Doch auch der lächelt inzwischen über den Wind, der ihm auf der Terrasse durch die Haare bläst und stößt wie wild die Beine von sich.
Das Patenkind liebt es zurzeit, Reime zu finden und zwar so sehr, dass sie darüber ganze acht Meilen Fußwanderung vergessen kann. Mir kommen hier auch ganz neue Reimideen. Auf „jeden Tag grillen“ reimt sich „stillen und chillen“, auf „Eiswürfelspender an der Kühlschranktür“ reimt sich „Toiletten haben wir vier“. Auf „eigener Ste
g“ reimt sich „Privileg“. Und was reimt sich auf „Pool“? „cool“. 

eis
The American way of ice:
Eiswürfel fallen auf Knopfdruck aus der Tür. Und wenn man nicht aufpasst, auf den Boden.

steg
Blaue Stunde am Wasser

fuss
„Wie viel Uhr ist es eigentlich?“, ruft  es aus dem Pool. „11.58 Uhr“ rufe ich. Ganz plötzlich besteht kein Interesse mehr am Baden. In Frankreich ist Anpfiff.