(161) Maßarbeit – Oder: Draufgänger

Ich gehe die Inselpromenade am East River entlang. Ein Segelboot! Sieht man an dieser Stelle nicht so oft. Es fährt mit Motor. Vor der kleinen Brücke wendet es und treibt auf dem Wasser. Warum fährt es nicht weiter? Ich bleibe stehen. Der Mann auf dem Boot schreit mir etwas zu, das ich nicht verstehe. Eine Frage. Er fragt doch nicht etwa, ob der Schiffsmast unter der Brücke durchpasst? Das darf doch nicht war sein! Der Mann schreit und schreit zu mir herüber. Ich verstehe es wirklich nicht, nicht nur, weil ich nicht gescheit Englisch kann. Er ist einfach zu weit weg. Keine Ahnung, was er meint! Vielleicht will er  wissen, wo es nach Long Island geht oder ob der Supermarkt heute offen hat. Oder fragt er mich doch nach der Durchfahrtshöhe? Sehe ich mit meinem Kinderwagen etwa so aus als hätte ich nautische Kenntnisse? Denkt er wirklich, ich hätte von der Promenade aus die bessere Perspektive auf die fragliche Stelle? Dann findet der Bootsfahrer einen anderen Ansprechpartner, drüben auf der Brücke. Mit ihm tauscht er sich weiter schreiend aus. Ich verstehe immer noch nichts. Schließlich stellt er den Motor an und fährt auf die Brücke zu. Ich stelle fest: es kann nicht reichen! Der Mast ist viel zu hoch. Da winke ich mit gekreuzten Armen. Aber jetzt will es der Kapitän es nicht mehr wissen. Es ist verdammt knapp, aber es reicht. Als er unter der Brücke durchgekommen ist,  jubelt er lautstark und applaudiert sich selbst.

Oh Mann. Das ist New York.

frage
Segelschiff – ohne Segel, aber mit langem Mast.

middle
Vielleicht reicht es ja!?

durch
Hurra!