(164) Buy Buy! – Oder: Innovationen auf dem Baby-Markt

In Manhattan gibt es eine Filiale von „Buy Buy Baby“. Der Name könnte treffender nicht sein und soll wohl Selbstironie darstellen. Bei einem Besuch vor Ort stelle ich fest: Unser Baby wird immer größer und ich habe schon sehr, sehr viel Praktisches verpasst, was wir hätten benutzen können:

Hätte mich das Baby einmal nachts geweckt, was es früher nie tat, hätte ich es am Wickeltisch mit Bewegungsmelder wickeln können, und hätte nicht im Dunkeln gestanden. Die Feuchtücher wären schon vorgewärmt gewesen, das Kind hätte nicht am Popöchen gefroren. Die Windel hätte ich in einer speziellen  Windelwegwerftüte entsorgt, nur Dumme nehmen alte Einkaufstüten.
Ich muss ehrlich sagen: So ganz ohne diese Features war ich nachts eigentlich immer zu faul zum Wickeln.

Wenn das Kind gestillt hätte werden sollen, hätte ich das Monitorsystem samt meinem Smartphone angelegt, damit wäre das Bonding (!), also die Mutter-Kind-Bindung, gestärkt worden. Was könnte hierzu nützlicher sein als ein elektronisches Gerät? Alternativ hätte ich dem kleinen Liebling aber auch einen Schoppen kochen und ihn mit dem Elektro-Schoppen-Umrühr-Löffelmischen können. Gerührt, nicht geschüttelt! Hätte mein Kind Zähne bekommen, hätte ich ihm gezuckerte Zahnungskekse gereicht. Dass es Bio-Zucker ist, darauf hätte ich dann schon geachtet, bei den ersten Zähnen! Apropos Zähne: Vielleicht hätte ich dem Baby schon bald das Schnullern abgewöhnt, dazu hätte ich nicht einmal den Schnuller selbst abschneiden müssen.

Abends hätte ich  das Baby vielleicht gebadet und mich dazu auf einem speziellen Kniekissen niedergelassen und die Unterarme fachgerecht auf dem Wannenrand aufgestützt. Wenn ich besonders schlau gewesen wäre, hätte ich die benötigten Hilfsmittel als „zwei in eins“ besorgt. Nach dem Baden wäre das Baby mit dem fönartigen Geräusch  aus der Soundmaschineganz schnell eingeschlafen – hätte New York an sich nicht schon genug gerauscht.

So wäre Tag für Tag vergangen und das Baby wäre vielleicht noch schneller und besser, vor allem aber teurer groß geworden. Und dann bräuchten wir jetzt schon bald das intelligente Töpfchen, das aufgezeichnete Sprachnachrichten der Eltern automatisch wiedergeben würde, sobald es mit Pipi oder so gefüllt werden würde. Machte irgendwie Sinn, denn Mami und Papi wären ja den lieben langen Tag arbeiten um den Parenting-Quatsch zu finanzieren. Die Nanny würde auf spanisch loben und vielleicht würde der Forschernachwuchs das nicht verstehen.

rolltreppeBuy, buy, Einkaufswagen! Im Baby-Fachgeschäft gibt es eine gesonderte Rolltreppe für den Einkaufswagen.

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Das Pipi-Tipi:
Wer beim Wickeln nicht unversehens nass werden möchte, hat die Möglichkeit, für $ 10 auf diese Zeltchen für das Zipfelchen zurückzugreifen. Waschbar.