(188) Madonna im Rampenlicht – Oder: Fit im Kirchturm

6th Avenue, Midtown, ich bin mal wieder versehentlich hier. Brauche nur einen Heliumballon für den Erstgeburtstag.
Ist das nicht kurios, eine Kirche als Fitnesstudio? Eine heilige Stätte für die neue Fitnessreligion? Na sowas. Da muss ich mal eben ein Foto machen.
Eine Dame, die rechts und links je eine „Bed, Bath and Beyond“- Einkaufstüte trägt, registriert mein Interesse. „It used to be the Limelight„, sagte sie, irgendwie enttäuscht. Und dass Madonna hier gesungen hätte. Ich weiß im Prinzip nichts über Madonnas Gewohnheiten, aber ich stelle mir vor, dass sie aus irgendeiner Sentimentalität heraus vielleicht das eine oder andere Mal in der Singstunde in der Limelight-Kirchengemeinde gewesen war, mit 15 body guards, versteht sich. Limelight, was heißt das überhaupt?
Ob das jetzt keine Kirche mehr sei, frage ich, doch die Frau hat anscheinend keine Lust mehr, sich mit mir zu unterhalten und zischt ab. Habe ich was Dummes gesagt? Vermutlich ja. Denn die Kirche ist schon seit den Achzigern keine Kirche mehr, sondern sie war ein ziemlich cooler Club. Und Limelight heißt Rampenlicht.
Jetzt hat sich die Kirche zum Fitnessstudio weiterentwickelt und ein Edeleinkaufszentrum beherbergt sie anscheinend auch noch. Seid fit und kaufet ein! Amen.

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Lunch ist das neue Abendmahl.