(193) Aktion Seife – Oder: Eine Hilfsaktion zum in die Haare schmieren

Auf der Insel wird zurzeit zum „Soap Drive“ aufgerufen, zur „Aktion Seife“. Man möge bitte Shampoos, Haarspülungen, Seife, Deo und Zahncreme beim Wochenmarkt als Spende abgeben. Diese Güter sollen Patienten einer örtlichen Klinik-Einrichtung zukommen. In dem genannten Haus werden Alzheimer-Patienten, AIDS-Erkrankte und andere chronisch Kranke gepflegt.

Toll. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen mit dieser Hilfsaktion beschäftigt waren: Engagierte Mitbürger, die sich das Ganze ausgedacht, die Plakate entworfen, in Farbe ausgedruckt und flächendeckend aufgehängt haben. Und wie viele Inselbewohner jetzt Shampoo einkaufen und es dann nicht im heimischen Badschrank deponieren, sondern am Samstag zum Wochenmarkt bringen. Hoffentlich denken sie auch dran! Und hoffentlich sind sie nicht gerade an dem Wochenende verreist oder so etwas.
Auf dem Wochenmarkt müssen dann Personen bereitstehen, die die Dinge entgegennehmen und verwalten und zum Krankenhaus bringen. Vor Ort deckt es dann hoffentlich den Bedarf. Nicht, dass jemand mit Glatze dann zwei Haarspülungen für lockiges Haar zugeteilt bekommt und eine ältere Dame vielleicht ein Herren-Deodorant.
Über den Erfolg der Aktion wird die örtliche Presse sicher bald berichten.

Wäre es nicht total praktisch, wenn in dieser stationären Einrichtung für Schwerkranke diese durchaus notwendigen Gebrauchsgüter einfach schon in der benötigten Menge bereitstünden? Oder, falls die dort lebenden Menschen ausreichend mobil sind, dass sie es sich einfach selbst kaufen könnten? How about that? Wer will schon mit fettigen Haaren herumlaufen, nur weil gerade keiner Shampoo gespendet hat?

Wir dürfen gespannt sein, zu welcher Aktion nächstes Mal aufgerufen wird. Fingernagel -scheren-Drive oder Socken-Drive – es ist mit vielem zu rechnen.