(197) Halloween für alle – Oder: Halloween vegan, koscher und halal und ohne Allergene. Aber mit Geistern.

Halloween hat hier fast schon den Stellenwert wie bei uns Weihnachten. Wochenlang arbeitet man darauf hin. Nirgends kann man mehr auftauchen, ohne gefragt zu werden, was der Forschernachwuchs für ein Kostüm tragen wird. Hm, ich denke dieses Jahr geht der kleine Schatz als Toddler (Kleinkind). Dazu braucht er eine Baumwollhose, ein Ringelshirt und Schuhe mit Klettverschluss. Das Gesicht mit Essensresten dekorieren, etwas davon auch in die Haare, fertig.

In der Musikstunde, bei Playdates – überall werden Kostümpartys ausgerufen. Eine japanische Bekannte hat für ihr Baby eine Donald Duck-Verkleidung gewählt. Nackte Beine ragen aus dem Entenanzug, am Windelpo klebt ein weißes Schwänzchen, ein blauer Matrosenhut und gelbe Watschelschuhe komplettieren das Ensemble. Auf dem Rücken ist der Name des Jungen eingestickt, alles ist perfekt. Und das Kind ist ja ohne Kostümierung schon süß. Die Fotos werden auf den sozialen Netzwerken sicher viel Anklang finden.

Seit Halloween seine Schatten vorauswirft, kann meine Nachbarin nur noch den Hintereingang benutzen. Die Halloween-Dekoration in der Lobby ihres Wohnhauses löst bei ihrem Forschernachwuchs bemerkenswerte Angstzustände aus. Er ist alt genug zu erkennen, was dort an Schauerlichkeiten aufgebaut ist und noch zu jung um zu verstehen, dass alles nur Spaß ist.
In unserem Haus steht ein identisches Arrangement, es wurde wohl dieselbe Firma beauftragt. Vielleicht gab es mal wieder zwei zum Preis von einem. Übrigens, mir gefällt die Deko auch nicht. Ein Haufen Geister, Spinnweben, Kürbisse auf Strohballen und ein Styropor-Grabstein: Rest In Peace. Na super! Brauchen wir das wirklich? Nein, aber Hauptsache, die Wirtschaft brummt!

Eine Mutter macht im Elternnetzwerk auf die „Teal Pumpkin„-Aktion aufmerksam. Wer mitmacht, bringt an seiner Wohnungstür einen türkisen anstelle eines orangefarbenen Kürbisses an. Dann wissen die „Trick or Treat“-Kinder, das sie an der richtigen Adresse sind, falls sie Lebensmittelallergien haben. Sie kriegen dort nämlich „Treats“, die man nicht essen kann. Also vermutlich Spielzeug made in China. Damit für „alle“ gilt: Happy Halloween!

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Pick your own beim „Farm Museum“ in Queens
Wem die Deko in den Gemeinschaftsräumen nicht ausreicht, kann sich auch einen eigenen Kürbis mit nach Hause nehmen. „Pick your own“ ist jetzt der Hit. Hierzu werden Aberhunderte Kürbisse auf einem Feld drapiert. Nicht dass die dort gewachsen wären, aber sie liegen da wie Fallobst. Nun darf man sich einen Kürbis aussuchen, bezahlen und gehen. Was der Witz an der Sache ist? Das wüsste ich auch gerne…