(219) Roosevelt Island – Boston und zurück – Oder: Mein Bus – Kein Bus 

Da rennt er, der Windhund!

Bhhs, Bhhs!, ruft der Forschernachwuchs und zeigt mit dem Finger auf das rote Gefährt. Die meisten unter Zweijährigen hier kennen und lieben den roten Bus. Und wie die anderen Mütter freut sich Frau Life Science natürlich aufrichtig mit, wenn auf der Insel mal wieder völlig überraschend der rote Bus vorbeituckert.

Am Tag der Rückkehr von ihrer Reise ist es allerdings Frau Life Science selbst, in der in Gedanken an Busse ungeahnte Freude aufsteigt – und zwar, als sie beim schnöden Parkhaus auf der heimatlichen Insel das „Greyhound“-Zeichen auf einem Schild erblickt, sie erkennt es sofort und zupft den Lifescientisten an der Jacke. „Greyhound! Wie geil ist das denn?“ „Hä was?“ Sagt der Lifescientist. „Na, so wie Mein BusDein Bus und so, du weißt schon: Fernbusse halt. Hier bei uns!!“

Das Schild außen am Parkhaus ist schon ganz schön in Mitleidenschaft gezogen durch das Winterwetter. Und das, obwohl es doch noch gar nicht lange hängen kann. In der Parkhaus-Eingangshalle hängt die Anzeige-Tafel. Sie ist noch nicht echt, wohl vorerst nur zu Werbezwecken angebracht, damit die Menschen auf die bevorstehende Neuerung aufmerksam werden. Ein paar Stühle für die Wartenden sind schon installiert, alles noch ein bisschen provisorisch, wie so vieles in New York. In der Ecke ein paar Leuchtstrahler. Steht eine Eröffnungs-Party ins Haus? Oder ist sie schon vorbei?

Ganz schön clever, das mit dem Bus-Terminal, finden der Lifescientist und seine Frau. Diese Fläche im Parkhaus ist ohnehin ungenutzt, die Rolltreppen stehen still. Der Teil des Gebäudes scheint überdimensioniert, eigentlich eine Fehlplanung. Von der Rampe aus kommt man schnell über die Brücke nach Queens und damit auch ruckzuck weg von der City, ohne allzu viel Verkehr. Der ideale Platz für ein kleines Busterminal! Dass man da nicht früher draufgekommen ist? In Gedanken plane ich Kurztrips. Barrierefrei direkt von der Insel nach Boston zu kommen, günstig und vor allem auch ohne erst nach Manhattan überzusetzen und zum Port Authority zu hetzen, scheint mehr als verlockend.

Ich durchkämme die örtliche Presse und recherchiere im Internet. Keiner berichtet über das Ereignis. Ist das denn gar nicht interessant? Auch die gute Eva weiß von nichts.“Frag doch mal Nick“, meint sie. Und Nick, der Blogger, weiß Bescheid: Es handelt sich bei all den Neuerungen um eine Filmkulisse! Für die Serie „The Americans“. Der Shoot war heute.

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greyhound2Warum kommen bloß alle Busse von Washington, wo wir doch in NY sind?

greyhound3Scheinwerfer für die Party…

 

greyhound4Da rennt er, der Windhund!


Bericht zum Filmdreh

http://rooseveltislander.blogspot.com/