(237) Didel diding diding diding – Oder: Süßer Ohrwurm

Woran merkt man, dass endlich richtig Frühling in New York ist? An Leuten, die ihr Smartphone in rosa Baumkronen halten. An denen, die drunter liegen, im noch feuchten Gras. Oder am Obststand, der auf der Insel aufgeschlagen hat.  Der Verkäufer, es ist immer der gleiche, winkt sogar, als ich hinschiele, er hat mich wiedererkannt. Nicht, dass er in der letzten Saison besonders gesprächig gewesen wäre.

Und wie klingt der Frühling? Unverwechselbar bimmelt der Eiswagen in New York. „Mr Softee“ ist wieder on tour. Pastellfarbenes Softeis mit oder ohne knallbunte Streusel hat er an Bord. Doch dieser Eiswagen hier klingelt illegal. Warum? Weil er nicht fährt. Nur Eiswagen „in motion“ dürfen klingeln, stehende haben still zu sein. So will es das Gesetz. Wer einen stehenden Wagen klingeln hört, da kann das hier melden

(scheint aber nicht so oft vorzukommen, denn das Gebimmel ist allgegenwärtig).

http://www1.nyc.gov/nyc-resources/service/3019/noise-from-ice-cream-truck

Diese Aktion ist Teil einer kommunalen Initiative gegen störende Beschallung. Das mit dem Lärm ist aber ein komplexeres Problem. Der New Yorker Geräuschteppich ist nicht gerade ein Flokati und wird unter anderem durch Polizei und Feuerwehr, hupende Individualfahrzeuge sowie die Müllabfuhr mitgestaltet. Und natürlich auch – daran erkennt man den Sommer – durch Klimaanlagen.

„Was ist denn das für ein Elektrogerät, das nachts immer so brummt? Kann man das ausschalten?“, fragte neulich der Besuch von meiner Nachbarin. „Das ist die Stadt“, antwortete die Nachbarin.

Zurück zu Mister Softee. Heute steht er vor dem Zoo im Stadtteil Bronx. Der Lifescientist bleibt hier nicht hängen. Er mag zwar ein Softie sein, doch aus Softeis macht er sich nichts. Aus Eis schon. Mit dem Klingeln im Ohr tritt Familie Life Science den langen Heimweg an. Zuhause wartet Erdbeer- und Zitroneneis Marke Eigenbau im Freezer. Ganz ohne soft und ohne Gebimmel.