(242) Tanz für den Mai – Oder: Brauchtumspflege ohne Budget

Vor ein paar Wochen konnte man im Corona Park Queens Folgendes beobachten:

Auf einer betonierten Freifläche sammeln sich mehr und mehr Eltern und Kinder mexikanischen Aussehens. Man begrüßt sich herzlich, die Kinder ziehen lange Röcke aus Taschen und Rucksäcken und legen sie um. Manchen hilft man beim Zubinden. Schuhe werden gewechselt. Eltern machen es sich auf Parkbänken bequem. Es ertönt eine Musik. Ein Mann, anscheinend der Lehrer und ebenfalls mit Rock, überwacht das ordnungsgemäße Aufstellen der Kinder. Ein weiterer Typ assistiert ihm dabei, aber nur bis er anfängt, mit einem Jugendlichen zu kicken. Dann beginnt das Tanzen.

Was ist das? Was wird da geprobt? Frau Life Science hätte fragen können, hat sie aber nicht. Warum nicht? Gute Frage.

Als letzte Woche die Lifescience-Fabrik und die KiTa beide gleichermaßen „Cinco de Mayo“ feiern, denkt Frau Life Science wieder an den Tanz im Park. Wahrscheinlich wurde dafür geübt – Cinco de Mayo, der 5. Mai, ein mexikanischer Feiertag, der in den USA noch wichtiger scheint als in Mexiko selbst. So ist das halt. In der Ferne wird die Heimat bedeutsamer als zuhause.

Warum übt man volkstümlichen Kindertanz im Park? Weil das Wetter im Frühjahr so dolle ist? Weil der Wind so schön in die Röcke bläst? Weil die öffentlichen Toiletten so nah sind? Wohl eher, weil´s keine Sporthallen gibt, oder weil sie zu teuer sind für ein Kinderprogramm.

Aus nichts etwas machen; im Park eine Ausführung üben, irgendwie. Das lernt man in New York.