(247) The New York Earth Room – Oder:  Eintritt frei für eine etwas andere Ausstellung

Etwas, das dem Großstädter fremd ist, ist Erde. Dunkle, lockere, herb duftende organische Masse. Die sieht man nicht alle Tage, schon gar nicht in der Menge. Noch dazu völlig frei von Müll und Hundepipi. Damit jeder sich die Erde in Ruhe ansehen kann, sperrt man sie in New York in eine nicht gerade kleine Wohnung. Kniehoch ist sie eingeschaufelt worden, 197 Kubikmeter, wie ein Estrich, im 2. Stock eines Hauses im Stadtteil SoHo. Der verantwortliche Künstler heißt Walter de Maria.

Da Erdboden aber quasi lebt und nicht dazu gemacht ist, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten (Ebenso wie lebende Menschen nicht dazu geschaffen sind, in einer Betonwüste zu leben), muss die Erdskulptur regelmäßig entschimmelt werden. Aber dies nur nebenbei.

Der Reiseführer 101 Orte in New York, die man gesehen haben muss, schließt diese Ausstellung in seine Liste ein.
Es wird zudem empfohlen – auch wenn einen möglicherweise das Kichern überkäme – sein inneres Urteil zurückzustellen und die Ausstellung mit seinen Sinnen auf sich wirken zu lassen.

Der Forschernachwuchs hat beherzt hineingegriffen, mitten in die Skulptur. Einfach einmal fest zupacken! Die niedere Höhe der Plexiglasscheibe kam ihm dabei zupass. Gesehen hat es niemand und der Künstler möge es verzeihen. Denn wenn es irgendjemand verstanden hat, worin die Faszination dieser Ausstellung liegt, dann dieser kleine Kerl. Aber wenigstens an das Verbot zu fotografieren halten wir uns.

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