(250) Science rocks! – Oder: Ko-First

Wer für eine begrenzte Zeit nach New York geht, der möchte dort etwas erreichen. Wenn Frau Life Science beispielsweise gefragt wird, was sie die ganze Zeit gemacht hat, kann sie immerhin sagen, dass sie hauptsächlich einkaufen war. Aber man muss als „dependent spouse“ auch an seinen Partner denken, der möchte ja schließlich auch etwas vorweisen können. Ein Forschungsergebnis. Eine Veröffentlichung. Sowas halt. Ein „Paper“ haben, heißt das unter Lifescientisten. Darum dreht sich alles. Bis hin zum gesamten Familienleben.

Wenn dieser Blog ein Titelbild hätte, wäre es vielleicht dieses:

paperPaper! Catch it if you can! – Fliesenmosaik in der neuen Second Avenue Subway

Für den Lifescientisten gilt inzwischen: Flück gehabt! Es hat geklappt. Flück?! Schon wieder ein peinlicher Schreibfehler, den keiner meldet? Nein, Flück gibt es wirklich. Es ist eine Mischung aus mehr oder weniger pathologischem Fleiß und Glück.

Nach einem siebenmonatigen Revisionsprozess (nicht sieben Monate Forschung, sondern Überarbeitung des schon fix und fertig Zusammengestellten), kam nun endlich und mit viel Flück eine Zusage. Es hätte auch schief gehen können. Aber die drucken das, was der Lifescientist herausgefunden hat, noch bevor ein anderer schneller sein kann. Es erscheint in einer Zeitschrift, die sich durchaus sehen lassen kann. Es ist jedenfalls nicht die Apothekenumschau.

Congratulations, Lifescientist! Und herzlichen Flückwunsch.

So eine Veröffentlichung wird, sobald sie soweit ist, unterzeichnet von sämtlichen Mitwirkenden. Alle, die etwas gemacht oder gewusst haben, wollen genannt sein. Die ersten (First) und die letzten (Last) sind so wichtig, dass man sich die Plätze an diesen Stellen mitunter teilen muss. Das nennt man dann „Ko-First“ und „Ko-Last“. Der Allerletzte -manchmal durchaus zu Recht – ist dann der Arbeitsgruppenleiter. Die exakte Reihenfolge der Personen ist wichtig, darüber zerbricht sich mancher im Vorfeld lange das Hirn. Man verhandelt, streitet, findet salomonische Lösungen.

Beim  Lifescientisten werden auch ein ganzer Haufen Namen unter dem Paper abgedruckt sein. Eine illustre Mischung. Nur Frau Life Science – die steht mal wieder nirgends.