(256) Drei Möglichkeiten zum Schwimmen gehen (außer am Strand) – Oder: Teuer, drinnen oder umständlich, aber trotzdem erfrischend

Gewisse Themen wiederholen sich bei der Life Science. Spiralcurriculum heißt das in der Schule, wenn alle drei Jahre die Französische Revolution durchgenommen wird. Jetzt sind auf diesem Blog mal wieder die Schwimmbäder dran.

Frau Life Science hat drei Möglichkeiten, im Sommer baden zu gehen

 

Erste Bademöglichkeit: 
Der private Pool

Das ist die teuerste Variante. Das private Freibad auf der Insel hat in dieser Saison aufgeschlagen. Inselbewohner zahlen nun den Vorteilspreis von $25 am Tag – pro einzelner Person, ab dem ersten Geburtstag. Am Wochenende sind es $35. Auswärtige Besucher werden noch stärker zur Kasse gebeten.
Nun ist es aber kein Spaßbad mit Rutschbahn, Sprungturm und Kinder-Bereich. Wenn überhaupt, dann ist es nur ein Pülchen ohne jedes Extra. Mehr so eins, wie die Schwiegermutter im Garten hat (Allerdings hat das Baden dort auch seinen Preis). Ein Familienausflug am Sonntag für über hundert Dollar? „Wir sind raus!“, sagt Frau Life Science.
Mit der New Yorker Preis-Inflation lässt sich der absurd hohe Betrag nicht mehr länger erklären. Das ist nicht das Eintritts-, sondern eher ein Austrittgeld. Und das soll auch so sein. Letztendlich steckt ein Trick dahinter. Der Pool gehört zu einem luxuriöseren Apartmentkomplex und möchte lieber privat sein, muss aber aus Gründen einer bestimmten Vereinbarung der Öffentlichkeit „zugänglich“ bleiben. Irgend so ein Kuhhandel halt wieder.

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Zweite Bademöglichkeit:
Der öffentliche Indoor Pool

Des Weiteren gibt es noch ein öffentliches Insel-Hallenbad, das durchaus normalpreisig ist.  Monatelang war es geschlossen. Jetzt hat es wieder auf. „Olympic style“, lautet die vielversprechende Beschreibung der Anlage auf der Webseite.
Badezeiten für Familien sind am Wochenende zwischen 12:00 Uhr und 15:00 Uhr, wo bekanntermaßen alle Kleinkinder von Aserbaidschan bis Zypern Mittagsschlaf halten. Aber früher oder später wird Familie Life Science mal beim „Open Swim“ vorbeischauen. Notfalls schläft das Kind halt auf der Luftmatratze bei leichtem Wellengang.

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Olympic Style – That´s it.

 

 

Dritte Bademöglichkeit:
Der Public Pool

Wo kann man sich nun  an einem heißen Tag erfrischen? In einem städtischen Pool. Das Gute daran: Der Eintritt ist frei.
Folgende zunächst gewöhnungsbedürftige Regeln für alle städtischen Pools sind zu beachten:

  • Man besorge sich ein eigenes Vorhängeschloss mit Zahlencode. Es gibt in der Badeanstalt nämlich keine fertig ausgestatteten Schließfächer. Das ist Sache des Badegastes. Ohne geeignetes eigenes Schloss wird man definitiv nicht reingelassen (Es ist ein bisschen so, als ob man zum Skifahren den eigenen Liftbügel mitbringen muss). Aber die Investition ist nicht hoch. Es empfiehlt sich mal wieder der Besuch vom „Baumarkt im Kleinen mit angeschlossener Drogerie und Spielwarenabteilung“, genannt Dollarshop. Danach sind die Voraussetzungen für den Schwimmbadbesuch erfüllt.
  • Man entscheide sich nun für eine der zwei Badeschichten: Session I (11:00 Uhr bis 15:00 Uhr) oder Session II(16:00 Uhr bis 19:00 Uhr). In der Zwischenzeit wird das Wasser gereinigt. Das ist durchaus notwendig bei den Menschenmassen.
  • Man fahre frühzeitig zum Bad und reihe sich in die Warteschlange. Man gedulde sich, auch wenn diese von der Upper East Side bis Brooklyn reicht. Wenn´s nicht gleich klappt mit dem Einlass, rückt man auf, sobald ein Gast die Badeanstalt verlässt. Das tut er so spät wie möglich, wenn er es schon erfolgreich ins Bad reingeschafft hat. Aber was ist schon das eine oder andere Stündchen rumstehen und schwitzen, wenn man dann ins Wasser kann?
  • Man begebe sich, sobald einem Einlass gewährt wurde, in die Sammelumkleide / Dusche seiner Geschlechtsgruppe, verstaue dort ALLE persönlichen Gegenstände im Spind und verschließe ihn. Mit „alle Gegenstände“ sind  „alle“ gemeint.
  • Man habe sich die eigene Zahlenkombination gemerkt.
    (Von Menschen, die in diesem Punkt versagt haben, zeugen mehrere sauber aufgebrochene Spinde in der Umkleide , die mit Kabelbinder zugebunden und unbenutzbar gemacht wurden)
  • Man bade mit nichts anderem als Badekleidung und Handtuch. Punkt.
    (Ein weißes T-Shirt wäre noch erlaubt).

Es ist okay! Ein Besuch im Public Pool ist durchaus weiterzuempfehlen. Frau Life Science verleiht gerne ihr Zahlenschloss, falls sich zufällig jemand diesen Sommer in NYC aufhält. Die Zahlenkombination lautet 13468.

 

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Es ist okay! Ein Besuch im Public Pool ist durchaus weiterzuempfehlen. Frau Life Science verleiht gerne ihr Zahlenschloss, falls sich zufällig jemand diesen Sommer in NYC aufhält. Die Zahlenkombination lautet 13468.