(257) E pluribus unum (aus vielem eines) – Oder: Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

In bar zu zahlen ist hier nicht sonderlich angesagt. Lediglich im Dollarshop, am Gemüsestand und bei sonstigen Kleinhändlern macht man davon Gebrauch. Wenn schon bar, dann sind Scheine dominierend beim Bezahlen, denn bis zum einzelnen Dollar wird ja alles als Banknote ausgegeben. Dennoch sammelt sich im Portemonnaie mit der Zeit einiges an Münzgeld an. Wie wird man das bloß wieder los?

An der nächsten Kasse braucht man damit gar nicht zu kommen. Und solche Tricks wie „Es kostet 4 Dollar und 55 Cents und man legt als Käufer 10 Dollar 55 Cents hin“, sorgen zuverlässig zu Verwirrung. „Was wollen Sie jetzt genau von mir?“, kann man dann im Gesicht der Kassierer lesen. OK, lassen wir das…

Familie Life Science sammelt die Münzen in einem bunt verzierten Schraubglas. Der kleine Schatz hilft dabei. Die kupferfarbenen „Cents“ und die „Nickles“ (5-Cent-Stücke) wie auch die „Dimes“ (10-Cent-Stücke) passen durch den Schlitz im Deckel des Glases. „Quarter Dollars“ (25-Cent-Stücke) passen nicht und wandern wieder zurück in den Geldbeutel. Mehr Münzsorten gibt es nicht.

Das Glas wird voller und voller. Neulich war es soweit: Die Münzen sollten zur Bank gebracht werden. Der Herr Sohn sollte eine Packung Plastikbausteine vom ersten Ersparten kaufen, diese aus Dänemark, die jeder kennt, die aber nicht billig sind. Eine Kiste hat er schon, aber das reicht nicht. Eine Familie von der Insel hat so viele dieser Stecksteine, dass sich alle ihre drei Kinder darin einmauern können. Das will Frau Life Science auch (insbesondere möchte sie genau so lange ihre Ruhe haben, wie der Sohn mit dem Einmauern beschäftigt ist).

Zurück zu dem Klimpergeld. Wie auch in Deutschland ist das mit Münzgeld im Kilobereich so eine Sache. Hierzulande geht es folgendermaßen:
Man besorgt sich – sofern man das nicht schon „geerbt“ hat – entsprechend bedruckte Papierstreifen (Dollarshop, wo sonst) und rollt die Münzen sachgerecht auf. Das Abzählen nervt mit der Zeit, Frau Life Science hilft mit der digitalen Küchenwaage nach. Naja, besonders präzise ist es nicht.
Dann bringt man die ungefähr abgezählten Rollen zur Hausbank. Dort werden sie vom Angestellten am Schalter eingetütet und irgendwohin verschickt, wo es eine Zählmaschine gibt, vielleicht nach Texas oder so.

Und nun muss man sich darauf verlassen, dass alles richtig abläuft und einem der korrekte Betrag in ein paar Werktagen gutgeschrieben wird. Auf der Quittung steht nicht mal ein Anhaltspunkt. Nicht, dass am Schluss ein Legostein fehlt! Klappt aber ja bekanntlich immer alles im Land der reibungslosen Möglichkeiten.

coinsAufgerollte Ersparnisse

coinE pluribus unum – „aus vielem eines“ –
steht auf (fast) jeder Art Münze und ist zugleich Wappenspruch der USA