(260) Sabrina – Oder: Nichts erwarten, alles finden

Sabrina mag eigentlich gar kein Beton, schon gar nicht im Urlaub. Sie geht viel lieber wandern in der Natur. Dennoch ist sie hier. Sie ist nicht die erste, die nicht wegen New York nach New York kommt, sondern wegen Familie Life Science. Das Interessante aber ist: New York ist auf dem besten Wege „ihre“ Stadt zu werden (also auch; neben Freiburg und so). Es scheint: Wer erst gar keine Erwartungen hat, kann sich hier wunderbar wohlfühlen.

Sabrina geht die Sache anders an als Frau Life Science. Sie kommt mit jedem ins Gespräch. Jedenfalls wurde Frau Life Science noch nie von einer Angestellten im Schwimmbad gefragt: „How do you like my hair?“. Sabrina kann man unbesorgt allein losschicken und man darf stets gespannt sein, was sie berichtet, wenn sie zurückkommt. „Der Tag war anders schön als geplant“, sagt sie dann schon mal. Sabrina tanzt. Lindy Hop, Blues oder mit den Schmetterlingen auf der High Line. Dem Forschernachwuchs zeigt sie auf der Wiese hinterm Hochhaus, wie man Purzelbäume schlägt.

Im Central Park macht einer Seifenblasen. Eine kleine Blase in der großen Blase. Und was macht Sabrina? Sie geht hin und fragt: „Darf ich auch mal?“ Der Mann lässt sie probieren und zeigt, wie´s geht. Aber seine Stöcke mit den Schnüren behält er in der Hand. Nicht, dass Sabrina am Ende noch die Dollarscheine von den Spaziergängern kriegt. Die Fotos schießt ein Passant, dem die Seifenblasenaspirantin noch schnell das Smartphone in die Hand gedrückt hat.

Mitten unter der Woche haben die Eheleute Life Science Hochzeitstag und wollen ausgehen. Sabrina bringt das Kind ins Bett. Was sagt es, als die Eltern gehen? „Viel Spaß.“ Hatte es gerade so aufgeschnappt und „viel Spaß“ gilt da wohl für alle Beteiligten. Herr und Frau Life Science amüsieren sich jedenfalls nach Kräften auf dem Broadway (dem falschen, dem in Astoria). Sie essen Burger in der begehbaren Blechdose und nehmen einen Drink in einer Art Biergarten ein. Der falsche Broadway präsentiert sich abends als eine kleine, aber feine Ausgehmeile mit Kulinarischem aus aller Herren Länder und schöner Atmosphäre. Ganz anders als mittags. Das wussten die beiden nicht, woher auch. Worin sie sich aber beide ganz sicher sind, ist die Tatsache, dass sie für diesen Abend den weltbesten Babysitter engagiert haben.

Seifenblasen


Sabrina kommt in New York rum: 

  • mit dem Flugzeug
  • zu Fuß
  • mit der U-Bahn
  • mit dem Bus
  • mit dem Schiff
  • mit der Seilbahn
  • mit dem Privatauto des Tanzlehrers
  • mit dem Kajak auf dem Hudson River

 

hudson

kajak

 

Sabrina packt ein (in eine winzige Handtasche):

  • Tanzkleid
  • Schuhe zum Wechseln
  • Telefon
  • Stadtplan
  • Portemonnaie

handtasche

 

Sabrina wundert sich:

  • über die Töne von Polizeiautos
    (die nach Rummelpatz klingen, aber ernst gemeint sind)
  • darüber, was sie bekommt, als sie einen „Ice Coffee“ bestellt:
    Iced Coffee = Kalter Kaffee mit Eiswürfeln. Lecker…
  • über seltsame Regeln, an die sich ohnehin keiner hält

 

regelnBitte gehen Sie entgegen dem Uhrzeigersinn um den See!