(264) Little Poland – Oder: Auf der Jagd nach Paprikachips

Dank der neuen Fähre auf Roosevelt Island kann man nun bisher unbekannte Stadtteile für sich erobern. „Little Poland“ zum Beispiel, in Greenpoint/Brooklyn. Die Geheimtipps der internationalen Elternschaft sind unbezahlbar! In Little Poland gibt es Fachgeschäfte fürs Polnischsein, in denen man auch als durchschnittsdeutscher Expat fündig wird. Relativ normales Brot ist dort zum Beispiel erhältlich oder frische Fleischwaren von der Theke. Kaffee in Mehrwegtassen. Und das Beste: Niedrigpreise. Wo gibt´s denn sowas.

Man kriegt ja in New York alles, womit natürlich „alles“ gemeint ist. Bleibt immer nur die Frage, wo man hineiern und welchen horrenden Betrag man dafür hinblättern muss. Aber wonach der Lifescientist seit zwei Jahren vergeblich sucht, das sind Paprika-Chips. Kartoffelchips gibt es hier in allen Sorten. Womit auch „alle“ gemeint sind. Von Meerrettich-Cheddar bis Schokoüberzug (Kartoffelchips!) kann man jede erdenkliche Sorte bekommen. Aber stinknormale Paprikachips? Fehlanzeige. Und jetzt: Paprikachips gefunden in so einer Art polnischem ALDI, genannt Biedronka (d.h. Marienkäfer). Ein Fest für Familie Life Science. „Little Poland“ ist die Entdeckung des Monats.

Ein „Little Germany“ hat sich ja nicht wirklich gehalten in New York City. Überreste davon gibt es noch in Yorkville in der Upper East Side. Wer gerne $ 5 für ein Pärchen Landjäger aus konventioneller Landwirtschaft hinblättert, ist beim berühmten „Schaller und Weber„-Shop in Yorkville  richtig. Halbwegs deutsche Backwaren gibt´s ein paar Häuser weiter bei „Glasers Bake Shop„, einem urigen Geschäft mit Holzvertäfelung. Über der Verkaufstheke hängen mehrere große Spulen mit Bindfäden, womit die Verkäuferinnen Pappschachteln ganz altmodisch verschnüren. Der Laden ist auf jeden Fall ein Besuch wert.

Und wer sich für die Geschichte vom Niedergang Kleindeutschlands in New York  interessiert, dem empfiehlt Frau Life Science diesen lesenswerten Wikipedia-Artikel.

Zurück zu „Little Poland“. Dort ticken die Uhren langsamer. Es ist einfach entspannter als Manhattan. Man möchte dort frühstücken gehen in einem Café, in dem jede Menge Stühle frei sind, obwohl der Kuchen schmeckt. Oder im Park sitzen den lieben langen Tag.

„Was machen wir am Sonntag?“, fragt Frau Life Science.“Wir könnten doch wieder nach Greenpoint gehen“, sagt der Lifescientist. Frau Life Science muss also nicht erklären, warum sie SCHON WIEDER nach Greenpoint will. Es gibt noch so viel zu entdecken!

 

Im Supermarkt: Diese Katze macht sich´s im Mehl gemütlich: Zum Sprung ansetzen und dann sieht man nur noch ein funkelndes Augenpaar (ganz rechts)

cafeNettes Café und Geldautomat (ATM) in Reichweite

kircheRussisch-orthodoxe Kirche im polnischen Viertel

kirche2.jpg„Fotos sind völlig ok“, sagt ein Bediensteter milde, der beobachtet hat, dass Frau Life Science verschämt das Handy zückt.

kerzen…und in einer anderen Kirche schon wieder Knopfdruck-Kerzen, die Frau Life Science als ausgebildete Religionslehrerin sprichwörtlich um die Besinnung bringen