(275) Ein Roller für Frau Life Science – Oder: Enhance you commute

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„Mein Roller!“, sagt der Forschernachwuchs.

Stimmt nicht! Gehört der Mama. Den hat sie sich bestellt, und am Front desk abgeholt. Der Roller ist aus Alu und mit großen Rädern. Der kleine Mann ist begeistert. Er reißt die Lenkstange an sich. „Wait your turn“, sagt er. Das ist Englisch für „Zuerst ich, dann keiner.“

Ist überhaupt nicht seine Größe, er kann das Ding nicht steuern. Aber er darf mitfahren.  Aufs Trittbrett stehen und sich an der Lenkstange halten, die über seinem Kopf ist. Auch am nächsten Morgen wird das so gemacht, schön vorsichtig, bis zur Bushaltestelle um die Ecke und ab mit dem roten Bus in die KiTa. Von dort brettert Frau Life Science allein zurück, am Ufer des Flusses entlang mit Aussicht auf die East Side und mit viel Herbstsonne – herrlich. Nix wackelt, alles stabil, sie kann sogar während der Fahrt auf die Handyuhr schauen.

Alle Fußwege gehen jetzt doppelt so schnell, mindestens. Schon nach einem Tag weiß Frau Life Science nicht mehr, wie sie je ohne so einen Roller ausgekommen. ist. Sie kann ihn mit auf die Fähre nehmen. An der 34. Straße aussteigen und am East River entlangrollern, die andere Uferseite und in Richtung Midtown, immer noch Herbstsonne, bis zur Schule, wo sie außerplanmäßig einspringen soll beim „German afternoon program“. Vor Ort parkt sie den Roller vorschriftsgemäß. Es sind schon ein paar andere da:

parken (1)

parken (2)

Der Rückweg wie gehabt. Die 4:46 Uhr Fähre hätte Frau Life Science ohne ihr neues Gefährt nie gekriegt, nicht mal mit rennen. Dann zur KiTa zum Abholen.

Schon im Flur streckt der Forschernachwuchs die Arme nach dem Lenker aus und steigt auf. „Mein Roller“, sagt er.

FlussAuf dem Heimweg: Aussicht auf Roosevelt Island (unterhalb der Queensbridge)