(297) Wenn der Sonntag wieder mal keiner ist – Oder: Daniel´s Coffee Spot und Café Liberty

Wie gestaltet man die Wochenenden mit einem a) Kleinkind in b) New York  bei c) schlechtem Wetter und mit d) überschaubarem Budget?

Roller fahren im Hausflur, puzzeln, Lego bauen und zweiundvierzig Bilderbücher vorlesen. Irgendwann reicht´s. Dann muss man mal raus. Privat verabredet sich die internationale Insel-Elternschaft am Wochenende seltener. Das Wochenende ist Familienzeit, auch für Familie Life Science.

Aber was tun, wenn ein Tapetenwechsel fällig ist?

Das örtliche Hallenbad („olympic style“) erlaubt Kleinkindern ausschließlich zwischen 13.00 und 15:00 Uhr zu baden. Das bringt nicht viel, in der Zeit legt man das Kind lieber schlafen, wenn man kann.

Indoor-Spielplätze? Nichts gegen diese. Aber, wenn jede Minute Spielen Bares kostet und die Bewegungsfläche kaum größer ist als zuhause, dann überlegt man zweimal.
Der Indoor-Spielplatz von Mac Donald´s dagegen kostet nichts, außer der Bereitschaft, Schlimmes zu essen. Preisverdächtige Geschäftsidee! Aber er ist zu weit weg, und es geht ja um Beschäftigung beim schlechtem Wetter.

„Daniel´s Coffee Corner“ ist oft eine gute Alternative. Das heißt, man nimmt bei der Magnolia Bakery-Filiale (kaum Sitzmöglichkeit vor Ort) Kuchen und Banana-Pudding mit und fährt eine Station weiter zum Life Science-Labor mit dem futuristischen Interior. Am Sonntag ist dort wenig los und man findet immer irgendwo eine ruhige Ecke.
Daniel, der Arbeitsgruppenleiter, ahnt natürlich nicht, dass er sonntags für ein Café mit seinem guten Namen Pate steht. Die Tische in „Daniel´s Coffee Corner“ sind drehbar – mehr Unterhaltung braucht ein Zweijähriger erstmal nicht. Kaffee gibt´s von der Teeküche und aus der Foto-Tasse, die – rate mal wen – zeigt. Ein Häuserblock ist dann noch der Spielraum der Elterninitiative und so kommt jedes Familienmitglied auf seine Kosten.

Eine weitere Möglichkeit zum wochenendlichen Zeitvertreib ist das „Café Liberty“ in Brooklyn. Es mit Ferry Boat und Wassertaxi barrierefrei und nahezu trockenen Fußes erreichbar. „Café Liberty“ heißt es, weil man von der großen Fensterfront aus die Freiheitsstatue sehen kann, ihre zugewandte Seite, wenn auch von fern. Der Forschernachwuchs mag die Freiheitsstatue, wann immer von ihr die Rede ist, ahmt er ihre Körperhaltung nach. Gut so, Forschernachwuchs! (Narren)freiheit kann man nicht früh genug lernen!
Das „Café Liberty“ hat hauptsächlich Kötbullar im Angebot und heißt nicht wirklich so, aber der Name „Ikea-Restaurant“ ist einfach lieblos.
Im Café Liberty nimmt sich der Lifescientist die Freiheit, auf einem dort stehenden POÄNG-Sessel, sobald dieser frei ist, ein Nickerchen zu machen. Stört keinen. Frau Life Science kann derweil mit dem ebenfalls schlafenden Kind durch die Lebensmittel- oder Kleinteile-Abteilung schlendern. Der Möbelausstellung schenkt sie keine Aufmerksamkeit, denn die Tage im New Yorker Apartment sind gezählt. Und von einer neuen Wohnung lässt sich noch nicht träumen. Man müsste erstmal wissen, wo sie ist.

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