(310) Letzter Halt: China – Oder: Kulinarischer Ausflug nach Flushing Main Street

Wer von China Town in New York spricht, denkt meist an das in Manhattan. Größer, wenn  auch weniger bekannt ist aber das in Queens. Man findet es im Stadtteil Flushing und je öfter Frau Life Science da hinkommt, desto besser gefällt es ihr.

Man erreicht dieses Viertel mit der lilafarbenen Linie 7. Schon beim Umsteigen in Jackson Heights/Roosevelt Avenue wird man mit chinesischen Lautenklängen im U-Bahn-Zwischendeck auf das bevorstehende Erlebnis eingestellt. Eine schmale Treppe führt zum Bahnsteig im Freien.

 

 


Da kommt sie ja, die Linie 7. Sie wird der Bezeichnung „U-Bahn“ nicht gerecht, wo sie doch hier überirdisch als Hochbahn verläuft. An der Endhaltestelle wartet China.
Wundern Sie sich nicht über Flyer mit ausschließlich chinesischen Zeichen, die man Ihnen auf der Main Street  in die Hand drückt. Sie sind schließlich HIER ausgestiegen, man traut Ihnen zu, dass Sie das lesen können.

Flushing_Queens_May_2015_2 Flushing Queens May 2015 2.jpg  /  copyright: Epicgenius

Flushing Main Street liegt (kaum zufällig) in der Einflugschneise vom Inlands-Flughafen LaGuardia. Alle zwei Minuten donnert eine Boing über die Einkaufsstraße. Aber keiner guckt hier nach oben.

 

 

Ein Ausflug nach Flushing Main Street ist immer auch ein kulinarischer. Hinter diesem unscheinbaren Eingang (wie hinter vielen anderen) verbirgt sich eine bunte Welt des Essens.

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„New York Food Court“ in der Roosevelt Avenue 

 

 

So entsteht ein chinesischer Pfannenkuchen im „New York Food Court“:
Erst den Teig ausstreichen, dann ein Ei draufkloppen, chinesischen Schnittlauch drauf, wenden und Bohnensoße draufschmieren, chinesische Tacos und Salat drauflegen, zusammenklappen und durchschneiden, servieren. Das macht dann genau so viele Dollar wie die Frau mit den Fingern zeigt: vier.

Wer lieber selber kocht, findet jede Menge Inspiration in größeren und kleinen Einkaufs-Malls. Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch sind hier günstiger als in Manhattan. Was darf es heute sein? Drachenfrucht? Esskastanien? Oder mal mit rotem Ginseng experimentieren? Gutes Essen hat generell einen hohen Stellenwert in China, insbesondere ganz frisch Gekochtes. Vorratskochen mit viel Wegfrieren wie im Hause Life Science ist wohl nicht so angesagt.

China Town Flushing ist aus der Sicht von Frau Life Science eine der wirklich sehenswerten Orte in New York. Einfach ins Fremde eintauchen, Leute beobachten, Eindrücke sammeln. Herrlich.

Der eigenwillige Raumduft aus der Markthalle mit den lebenden Wassertieren verfolgt Frau Life Science noch auf dem Heimweg in der U-Bahn und bis hinein in die eigene Küche. Er hängt im frisch gekauften chinesischen Schnittlauch und selbst ein Wasserbad kann ihm nichts anhaben.

 

Taube2Bei den Erdnüssen gilt Selbstbedienung.

 

 

 Meeresgetier, zum Teil in getrockneter Form

 

Dragon FruitSchmeckt nicht so aufregend, wie sie aussieht: Die Drachenfrucht. 

 

 

Diese Herren verkaufen lebendige Meerestiere.

 

KrebseMan sieht es nicht, aber die krabbeln noch.

FroschLebende Kröten warten auf den Kochtopf – Gewöhnungsbedürftig für Durchschnittsdeutsche. Dahinter übrigens Schildkröten.
Abgepacktes Hackfleisch kaufen kann ja jeder…

 

eingelegtes.jpgIn den Wannen ist etwas Vegetarisches. Sieht nicht so appetitlich aus, aber das gehört so. 

 

 

Ein echter Klassiker in China Town Flushing scheint die Schwarzwälder. „Black Forest Cake“ ist in jeder zweiten Bäckerei erhältlich. Erdbeeren on top sind dabei Pflicht.

 

 

Eine Mall mit kleinen garagenartigen Läden: Schneiderwerkstatt, Schuhmacher oder China-Mode, überall gibt es etwas zu entdecken.