(321) Good luck, Ms. Rebecca! – Oder: A great big hug

Der Forschernachwuchs hat eine super Erzieherin in seiner neuen Gruppe. Sie heißt Ms. Rebecca. Als Frau Life Science sie kennen lernt, verblüfft sie sie mit einer deutschsprachigen Begrüßung. So überraschend war das auch deshalb, weil Frau Life Science weiß, dass Ms. Rebecca mit Frau Schnee für gewöhnlich japanische Konversation betrieb (Der Forschernachwuchs ist ungefähr seitdem in der neuen Gruppe, seit das kleine Schneekind es nicht mehr ist).

Japanisch, Deutsch, Englisch… Ja, ist das denn die Möglichkeit? Ms. Rebecca scheint beinahe alle Inselsprachen zu beherrschen.

Das Schöne ist: Ms. Rebecca hat den Forschernachwuchs sehr gerne. Sie sieht einfach, wer er ist. Persönliche Sympathie zwischen Erzieherin und Kind, fernab von irgendeiner Bevorzugung, kann man nicht arrangieren oder erwarten. So etwas ereignet sich.

Zum Muttertag zeichnet Ms. Rebecca, die sehr musikalisch ist, mit jedem einzelnen ihrer 15 Kinder aus der Gruppe ein Lied auf Video auf. So auch mit dem Forschernachwuchs. Sie spielt das E-Piano, der kleine Schatz darf auf den hohen Tasten rhythmisch mitklimpern und gemeinsam singen sie:

I love you
You love me
We´re a happy family
With a great big hug
And a kiss from me to you

Won´t you say you love me, too. 

Der Kurzfilm ist am Freitag vor dem Muttertag in der Kita-App abrufbar. Aus der Abteilung unbezahlbare Geschenke…!  Ein schallendes Lachen von Ms. Rebecca und das „good“ von „good joooooob“ nach dem letzten Klimpern sind gerade noch zu hören, ehe die Aufzeichnung abrupt endet.

Es war nicht das einzige Projekt an diesem einen Kita-Tag, denn es war ja auch noch Picture Day. Das ist der Tag, an dem der Photograph ins Haus kommt. Eine Ereignis, das Erzieherinnen wie auch Kinder  zu außergewöhnlichen Outfits und Stylings, teils zusätzlich als Wechselkleidung mitgebracht, hinreißen lässt. Ms. Rebecca trug ein Beatles-Shirt. And she was all set.

Die Lebenseinstellung von Ms. Rebecca ist so grün wie ihre Haare. War sie es doch, die eine Kiste angeschleppt hat, um live im Gruppenraum composting zu betreiben. Mit Würmern vom Green Market am Union Square. Indoor Composting im Kindergarten? Das ist ja fantastisch! Da rennt sie bei Familie Life Science offene Türen ein. So kommt es, dass die Gruppenkinder bei Ms. Rebecca ihre Frühstücksschälchen in den Mülleimer, die Bananenschalen aber in die Würmerkiste entsorgen. Inklusive Beobachten und Anfassen der Würmer (um Eltern-Einwilligung wurde gebeten).

Dass so eine unhygienische Würmerkiste indoor überhaupt erlaubt ist! Wahrscheinlich ist das hier SO abwegig, dass es dafür schlicht (noch) keine Regelungen gibt.
Ob das ein vorübergehendes Projekt ist oder ob die Würmer dauerhaft bleiben, will Frau Life Science wissen. „They will stay forever“, verspricht Ms. Rebecca.

Das Versprechen hat sie nicht gehalten. Völlig unerwartet taucht im täglichen Emailwust eine Mail auf mit der Betreffzeile „Good Luck and Promotion“. Good luck heißt immer, dass einer geht, und Promotion steht für den, der aufsteigt und in eine vakante Position nachrückt. It´s truly bittersweet to share… So oder so ähnlich beginnen oft Ankündigungen, dass einer aus seinem aktuellen Job aussteigt. Meist geht es dann Schlag auf Schlag. So auch bei Ms. Rebecca. Jetzt ist sie weg. Mit Ms. Rebecca gingen auch die Würmer.

Was einen das Expatleben vielleicht lehrt, ist ein grundsätzliches „Ja“ zum Abschied. Good Luck, Ms. Rebecca! Es war nichts Halbes und nichts Ganzes, weil zu kurz. Aber es war schön!

Frau Life Science kommt eine verwegene Idee: Wenn Ms. Rebecca nun Vollzeit studiert, um ihren Master abzuschießen, dann hat sie doch bestimmt Kapazitäten, um zu babysitten (Genau genommen arbeiten sogar auch aktive Erzieherinnen hierzulande privat als Babysitter – für die Kinder aus der Dienststelle. Alles normal, alles legal! Im Land der klingenden Münze).

Das ist doch Nonsense! Frau Life Science HAT keinen Babysitter, sie IST Babysitter! Oder? Aber so EINMAL…. ? Am Hochzeitstag vielleicht??  Ms. Rebecca sagt zu. Das würde sie machen! Alright!

Außerdem: Ms. Rebecca, die so gerne reist, plant im Juni 2019 Berlin zu besuchen. Da hat Frau Life Science sie gleich schon mal zu sich nach Hause eingeladen. Nicht dass es dieses Zuhause in Berlin* schon gäbe, aber man kann ja schon einmal Besuch einladen. Ms. Rebecca schien gar nicht abgeneigt.

 *Das wäre dann jetzt auch raus.

Würmer
neues Futter für die Würmer