(331) Ein Buch von der Chefin – Oder: 1300 Gramm New York

Zum Schuljahresabschluss erhält Frau Life Science ein Präsent von ihrer Chefin. Hübsch  eingepackt, sieht nach einem Buch aus. Als Frau Life Science es entgegennimmt, sinken ihre Arme nach unten – es ist schwerer als erwartet.

Erst zuhause öffnet sie das Geschenk. Humans of New York / Stories, lautet der Titel. Aha, das Buch zu dem bekannten Blog, den Frau Life Science gar nicht verfolgt, obwohl sie viel davon gehört hat. Gut, dass sie jetzt mal Gelegenheit hat, sich näher damit zu beschäftigen.

Frau Life Science stellt fest: eine größere Freude hätte ihr die Schule nicht machen können. Was für ein Buch! Da sind sie, die Menschen dieser Stadt. Eingefangen, festgehalten und zwischen zwei Buchdeckel gepackt: Die Jungen und die Alten, die Gewinner und die Verlierer, die Normalos und die durchgeknallten Freaks. Und alle Leute dazwischen. Ihre Gedanken, Gefühle und ihre Fragen an das Leben, nachzuempfinden in Fotos und kurzen Begleittexten. Es sind Momentaufnahmen. Kurze Geschichten von schweren Sorgen und kleinem Glück, von Liebe, die kommt und geht, manchmal auch bleibt, von großen Hoffnungen und stillem Scheitern. Beim Lesen dieses Buches hat man als New Yorkerin auf Zeit immer das vage Gefühl, diesen oder jenen Porträtierten selbst auch schon einmal getroffen, manch Straßenecke meint man wiederzuerkennen.

Man könnte natürlich in jeder anderen Stadt ein ähnliches Buch zusammenstellen. Jeder Mensch hat etwas zu erzählen, hinter jedem Leben stecken mehr als eine gute Geschichte. Es kommt ja auch auf die Auswahl und die Zusammenstellung an. „Menschen aus Brunsbüttel“ könnte je nachdem ein genauso spannendes Werk werden. Aber New Yorker Geschichten, diese ganz spezielle Mischung, gibt´s eben nur hier. Danke, Chefin.

Buch

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Die größte Leistung ihres Lebens: Mit weiter entfernten Menschen in Kontakt geblieben zu sein…

 

Roosevelt Avenue
Welches dieser Mädchen Ärztin wird, weiß Frau Life Science nicht. Aber ganz sicher hat man diese Gruppe an der U-Bahn-Haltestelle Roosevelt Avenue/Jackson Heights getroffen. Eine solche Wand aus Glasbausteine gibt´s nur dort.

 

Thai
„Das kenn ich“, sagt Frau Life Science.

 

http://www.humansofnewyork.com/