(342) Kirschtomaten- Oder: Das Glück im Winkel

Als Frau Life Science sich mit einer Freundin mal über das Leben mit Babys und Kleinkindern im Ausland und in der Großstadt austauschte, tauchte die Formulierung auf: Glück im Winkel. Sandra hatte damals ihre Zeit in Nottingham schon hinter sich. Dort war sie zum Studium mit Kind gewesen, und zwar größtenteils allein. (Hut ab, Sandra.) Trotz mancher Härten fand Sandra das Glück im Winkel, das es aus ihrer Sicht eigentlich überall in den Städten zu finden ist.

Auf Roosevelt Island gibt es das auch. Sei es der Schlittenhügel unter der Queensbridge, das neue Campus-Café mit Terrasse, das noch nicht wirklich ausgelastet ist und viel Platz zum Spielen und Rumrennen bietet. Die öffentlichen Grillstellen an der Nordspitze der Insel. Die Wiese am Leuchtturm. Der wenig frequentierte Sandkasten mit vielen Ästen und abgefallener Baumrinde, den nur manche Eltern kennen oder gut finden. Wo man auch hinschaut, eine Insel voller kleinern Glückswinkel.

img_5970
Wild wachsende, von selbst ausgesäte Kirschtomaten am Rande eines Sportplatzes in Manhattans Postleitzahlenbezirk 10044.

„Komm mal, kleiner Schatz. Komm mal zur Mama!“

„Waruuuum?“

„Da, Tomaten! Probier´doch  mal!“

„Waaaaas?! Tomaaaaaaaten?“  (steckt in den Mund)

„Mehr Tomaten, Mama!“

Und schon hat man ein neues Morgenritual auf dem Weg zum Kindergarten: Spätsommerliches Kirschtomatenernten. Der Kleine freut sich schon morgens drauf.