(349) Abenteuer Diagnose – Oder: Happy End

abenteuer Diagnose

Abenteuer Diagnose, so  heißt eine Doku-Sendung des NDR (zu finden – auch für zeitverschobene Expats – in der NRD Mediathek oder auf Youtube). Leichte Unterhaltung – da kann man auch nebenbei Wäsche aufhängen.

Abenteuer Diagnose ist wie „Aktenzeichen XY“ aufgemacht, nur ist der Kriminalfall eine seltene Krankheit. Real existierende medizinische Einzelfälle werden dokumentarisch aufbereitet. Hierfür stelle unbekannte Schauspieler alltägliche Szenen nach, die das plötzliche Auftreten einer rätselhaften Krankheit zeigen: Eine Bistrobesitzerin kippt beim Bewirten um, ein Lehrer hat auf einmal Sehstörungen im Unterricht, ein Senior ist plötzlich so verwirrt. Es folgt die Odyssee von Facharzt zu Facharzt, das Aufkommen medizinischer Thesen und ihre Widerlegungen. Wenn´s für den Laien-Zuschauer zu kompliziert wird, blenden sie hübsche Animationen ein.

Ergänzt wird das Ganze durch reale Interviews mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und Behandlern. Die echt Betroffenen sehen so aus wie die Schauspieler, aber nur ein bisschen. Nicht ohne Unterhaltungswert: Ach, den/die haben sie jetzt SO dargestellt!?

Immer führt es bei Abenteuer Diagnose zu einer Heilung, einem Abstellen der Ursache, oder zumindest zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität. Die Sendung liefert die Garantie auf ein Happy End (Frau Life Science kann sowieso nur noch Happy Ends, vor allem, seit sie Mutter ist).

Frau Life Science hat schon alle Folgen gesehen. Von „Luft im Arm“ bis „Lakritzvergiftung“. Wenn nicht Lakritze als Ursache in Frage kommen, sind es übrigens meistens exotische Parasiten. Aquaristik scheint ein gefährliches Hobby! Und  Sandmücken auf Mallorca! Passen Sie bloß auf…

Spaß beiseite, es ist eine empfehlenswerte Sendung, findet Frau Life Science. Sie macht demütig angesichts der Störanfälligkeit des menschlichen Organismus, man lernt über Zusammenhänge und wird aufmerksamer und kritischer mit gegebenen Diagnosen und wird ermutigt, auf seine Empfindungen zu hören.

Ein Abenteuer bis zur Diagnose, das hat auch der Bruder von Frau Life Science seit August hinter sich.  Es begann mit einem Besuch in einer New Yorker Ambulanzstation. Für die Kamera absolut nachstellungswürdig wäre der unendlich langsame Gang auf der Main Street gegen Mitternacht mit dem eigentlich nicht mehr transportfähigen Bruder und die Guys von der Tram, die Frau Life Science bat, doch noch zu warten. Sowas machen die. Filmreif auch das Erbrechen in die Blumenrabatte vor dem Hospital. Was hat er bloß und wer kann ihm helfen? Abenteuer Diagnose! Auch hier gab es zum Glück ein Happy End.

Die horrenden Behandlungskosten nach Besuch der  Ambulanz konnten – ganz beiläufig per Email – um $ 2300 Dollar auf $ 6000 runtergehandelt werden, und wurden so oder so vom Kostenträger übernommen, dank des  beamtenähnlichen Dienstverhältnisses des Bruders.

Das mit der Kostenübernahme gilt nicht für den gemeinen Leser. Sie müssen sich unbedingt adäquat krankenversichern, wenn  Sie verreisen – z.B. in die USA.

Lesen Sie erst weiter, wenn Sie den obigen Satz verstanden haben.

Die periodisch auftretenden heftigen Bauchschmerzen ist der Bruder nun los, ebenso wie seine Gallensteine, die das New Yorker Krankenhaus übersehen hat. Trotz des großzügig angesetzten Budgets war es im Land der begrenzten Möglichkeiten und in der Stadt, die niemals schläft (außer beim Ultraschall) nicht möglich gewesen, seine Gallensteine* aufzuspüren und man behandelte ihn auf Magen. Hat nicht geholfen!

Tja. Abenteuer Diagnose!

Amazing things
Original-Merchandise-Artikel des New Yorker Krankenhauses mit dem blinden Fleck für Gallensteine

 

*Fairerweise muss man sagen, dass die Gallensteine auch schon einmal in Deutschland übersehen worden waren