Die meisten Menschen nehmen es mit einer gewissen Ehrfurcht zur Kenntnis, dass man eine Klassenfahrt leitet. Wie viele Kinder? Ach, 25 Zehnjährige? Und ihr seid nur zu zweit? Na dann: gute Nerven.
Frau Life Sciences gute Nerven sind ständig im Training, schon von Haus aus. Popo wischen, Milch aufputzen, Glasscherben aufsaugen, wo ist denn die Jacke, vergessen? Bitte bringe dann morgen unbedingt die von heute aus der Schule mit und die von gestern aber auch die von morgen, also dann drei, und was hast du eigentlich auf? Wo ist der andere Schienbeinschoner fürs Training und warum streitet ihr schon wieder, wann kommt der Ableser, oh, jetzt müssen wir los, sonst sind wir wieder zu spät. Nein, nicht im Sandalen im Oktober. Nein, auf GAR KEI-NEN Fall. Zu nass, zu kalt! In Sandalen gehst du nicht mit. NEI-HEIN!
Wenn die Kinder endlich im Bett sind (zum Vorlesen ein paar Streichhölzer für die Augenlider bereithalten) noch schnell die Spülmaschine in Gang setzen, den Unterricht für den nächsten Tag vorbereiten oder auch nicht, weil man versehentlich noch eine „akut dringende“ Mail aus der Elternschaft liest und bearbeitet. Dann gibts doch nur S. 28-32 im Arbeitsheft als Unterricht.
Aber jetzt ist Klassenfahrt. So. Und an dieser Stelle möchte Frau Life Science dem Internet vertraulich ein Geheimnis mitteilen:
So eine Klassenfahrt ist für sie eine Zeit der Erholung.
Man wird nicht von lästigen Unterrichtsverpflichtungen aufgehalten und kann endlich mal in der Klasse das hauptsächlich machen, was man als Klassenleitung sowieso immer macht: Streit schlichten und den anvertrauten Jungmenschen bei der Lebensbewältigung irgendwie versuchen zu helfen. Vom gerissenen Pulli bis zum verlorenen MP3-Player und aaaaaaaah hier fliegt eine Wespe!!!!
Meistens weinen sie nacheinander, oder zumindest aus demselben Grund. Das dann einfach nach und nach abarbeiten. Zeit hat man ja. Ansonsten: aufs Klo können sie selber, Verschüttetes wischen sie auf, wenn man es Ihnen sagt. Läuft! Das Essen steht auf dem Tisch. Beim Duschen kommt keiner rein und fragt was.
Klassenfahrt? Jederzeit wieder! Die Organisation kann gerne jemand anderes übernehmen, aber der Aufenthalt vor Ort: Wellness pur.
Respekt, allein beim Gedanken, mit 10 Geburtstags-Kids in der Berliner U-Bahn zu sitzen, treibt den Blutdruck hoch
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Das umzäunte Gelände 4 Tage nicht zu verlassen war der Trick!
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Ahhh … ich nehme an …. Von innen …
Das ist schlau … wobei ich vielleicht auch gern … außen … egal … 😉
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