Das Telefon der Großeltern samt Faxgerät ist plötzlich kaputt. Sie übermitteln diese Information via analogem Handy und bitten kurzangebunden um Rückruf auf selbigem, wegen der Kosten. Sie haben nämlich keinen Vertrag, sondern müssen analog mit dem Mercedes ins Städtle zum Aufladen los fahren. Damit kommen sie klar, es ist eben ein Notfallhandy für unterwegs und so. Früher hatte man so etwas gar nicht!
Der „Notfall“ hält nun ein paar Tage an. Und das Dumme ist, der Rückruf klappt nicht. Sie müssen aus Gründen des Empfangs auf dem Balkon telefonieren, stellt sich heraus. Somit ist die Nachbarschaft ist über alles Besprochene gleich mitinformiert. Ein gewisses Maß am Schwerhörigkeit ist ja auch im Spiel.
Blöd sowas… Diese nervige Einschränkung für die alten Herrschaften. Das brauchen sie nicht auch noch.
Auf einmal hat Frau Life Science – in Berlin – die rettende Idee: das tragbare Festnetztelefon aus der Ferienwohnung im Untergeschoss. Es würde bestimmt funktionieren! So naheliegend, aber man kommt nicht drauf.
Bloß wie mitteilen? Wann sind die Herrschaften denn auf dem Balkon – im Dezember? Niemand erwischt sie.
Es vergeht ein weiterer Tag. Der Termin mit dem Techniker scheint erfolglos gewesen zu sein, die Senioren sind immer noch nicht zu erreichen. Wer weiß wie lange das noch so geht vor Weihnachten.
Da wünscht man sich das Telegramm zurück.
Frau Life Science überlegt, vor der Arbeit noch schnell ein Einwurfeinschreiben aufzugeben, damit bis zur „rettenden“ Erkenntnis nicht noch mehr als ein weiterer Tag vergeht. Dass der reibungslose Alltag und die soziale Teilhabe baldmöglichst wieder hergestellt wird.
Auch ruft sie das Alternativtelefon öfter mal an, in der Hoffnung, dass es im Vorbeigehen im Treppenhaus zu hören ist – dass es klingelt, auch im Kopf.
Die Nachbarn zu kontaktieren wäre auch eine Möglichkeit. Im Dorf geht so etwas ja im Prinzip. Aber der eine steht nicht im Telefonbuch und von den anderen hat sie den Nachnamen vergessen. Sind zugezogen, Pardon. (Merke, Frau Life Science: nach Nummern erkundigen für den Notfall).
Bei allen anderen scheint es doch irgendwie noch nicht dringend genug für die Umstände, die es gegebenenfalls machen würde. Ältere Leute und so.
Als Frau Life Science von der Arbeit kommt, hat sie einen Anruf im Abwesenheit auf dem Festnetz. Es ist die fragliche Nummer. Puh! Wie auch immer: Die Nachricht ist angekommen.
Gar nicht so leicht … Telegramm-Service wurde kürzlich eingestellt … habe ich gehört
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Liest sich wie aus dem Leben meiner etwas betagteren Eltern…🤣
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