Erst ausstecken, dann einchecken

Vor Familenreisen geht ja immer hektisch zu. Als ob Packen für sich selbst nicht schon genug wäre, und dann noch für die Kinder.

Das Vorlesebuch, die Sammelkarten, die Unterhaltungselektronik samt Zubehör. Ersatzschuhe, die Fieberzäpfchen. Und jedes Mal fehlt doch noch etwas. Dann noch das Aufräumen und Putzen, X gießt die Blumen und soll bloß nix Schlechtes denken, und hat sie überhaupt schon den Schlüssel und in der 2. Woche dann die Y mit Schlüssel Nummer 2, und das Paket muss noch zur Post. Mental Overload. Nachdem frau für den Urlaub gepackt hat, ist sie erst recht reif für eben den.

Familien-Urlaub. Wenn doch nur in diesem Kompositum der hintere Wortteil kein leeres Versprechen wäre! Aber das ist ein anderes Thema.

Und dann immer noch das merkwürdige Gefühl, die Wohnung ein paar Tage alleine zu lassen. Da kommt dann doch die eine oder andere Zwangshandlung ins Spiel.

So steckte Frau Life Science einst den Wasserkocher noch schnell aus (und das mit Mental Overload und ADHSker Grundstruktur), nur um nach der Rückkehr festzustellen, dass es die Kühl- und Gefrierkombination war, deren Stromversorgung sie getrennt hatte. Der Wasserkocher stand eingesteckt auf der Anrichte herum und machte keinen Mucks.

Man stelle sich die Sauerei hinter der Kühl- und Eisschranktür vor und den Sachschaden; und man erahne die Arbeit die es machte, inklusive sonntäglichen Anfahrens der Tankstelle, weil noch Geburtstagsmuffins gebacken werden mussten und Zutaten fehlten.

Solche Ereignisse sind ja unerträglich, solange man unmittelbar drinsteckt. Wenn man putzt und wischt und fährt und zum Mülleimer wetzt, und der Zeitplan nicht aufgeht und man kein Land mehr sieht.

Aber inzwischen kann Frau Life Science darüber lachen. „Hast du den Kühlschrank schon ausgesteckt?“, ist nun der Running Gag vor jeder Abreise. „Kühlschrank ist aus, wie können fahren!“ Die Sorgen und der Stress wegen des Totalverlustes der mühsam eingekauften Lebensmittelvorräte sind maximal weit weg und machen Platz im Hirn für neuen Ärger, der einige Wochen später egal sein wird. So ist das eben.

In diesem Sinne: schönen Urlaub! Und vergessen Sie nicht die Badebekleidung. Aber das ist ein andres Thema…

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