Gepriesen sei die Linzertorte®!

Eine Linzertorte® ist ne feine Sache.

Man kann sie backen, wenn man Zeit hat und sie mitbringen, wenn man sie braucht. Sie wird, wie guter Wein, sogar noch besser, wenn sie rumliegt. Sieben Wochen lagern und oder sofort vernaschen. Flexibler geht’s nicht!

Falls man Backen gar nicht mag, oder gewisse Aufmerksamkeitsdefizite einem dabei zu viele Streiche spielen, kann man Linzertorte® auch einfach bei eBay bestellen aus Lahr/Schwarzwald bei irgendeiner geschäftstüchtigen Hausfrau.

Aber eigentlich ist die Linzertorte® auch bei Neurodivergenz gut backbar, weil die Arbeitsschritte überschaubar sind und die Reihenfolge der beigefügten Zutaten nicht entscheidend ist. Nur Mut! Schnapps, Zimt, Kakao? Alles kann, nichts muss.

Es geht auch eigentlich blitzschnell. Das Längste an der Zubereitung sind die Ruhezeiten: Ein Stündchen im Kühlschrank und eines im Backofen. Ausruhen für Teig und Bäcker:in steht im Rezept!? Wer sich das ausgedacht hat, kann nur ein Menschenfreund sein.

Und dann ist da noch etwas: Ein trockener Kuchen, der sich selbstbewusst „Torte“ nennt. Understatement ist nichts, was mit Linzertorte® irgendwie zu tun hätte. Ganz anders als Oma Hilde (*1941), die für ihr Gebackenes und seine befürchteten Mängel sicherheitshalber stets entschuldigte – in der kurzen Zeit, ehe alles ratzeputz aufgegessen wurde.

Ist noch was da…?

(Es folgte eine weitere Entschuldigung).

Menschen wie Oma Hilde hätten die Linzertorte® wahrscheinlich ganz bescheiden „Einfache Nusssschnitte“ genannt und das Rezept in sauberer Handschrift gerne geteilt. Aber die Linzertorte® ging einen anderen Weg: den einer Torte.

Sie kam über Vorderösterreich nach Südbaden und von dort irgendwann auch einmal nach Roosevelt Island/New York City, als die liebe Christine Familie Life Science dort besuchte und man zu fünft eine Zweizimmerwohnung bewohnte, als wäre es nichts. Christiane brachte zwei Linzertorten® von Tanze Moni – im August. Eine wurde sofort gegessen.

Dass die zweite unter dem Ikea-Bett des Apartments verschimmelte, ohne dass sie dort lange gelegen hätte, hat Christine nie erfahren. Kühl und trocken lagern, versteht sich!

Auch die Plastikdose war Teil des Geschenks gewesen. Es gibt sie heute noch und es werden darin abwechselnd Bastelsachen und Gebäck gelagert. Ganz flexibel!

Nussallergien sind natürlich ein Problem, aber es wäre nicht die Linzertorte®, wenn sie dafür keine Strategie hätte: sie kann sowohl mit Haselnüssen als auch mit Mandeln zubereitet werden. Gegen beides ist selten jemand allergisch.

Die Linzertorte® bringt es einfach:

Mit Schlagsahne oder ohne, aus Nüssen oder Mandeln, mit Johannisbeer- oder Himbeermarmelade, mit Kirschwasser oder antialkoholisch, frisch gebacken oder gut gelagert, wenn nicht gleich faul bestellt – nur niemals: zu bescheiden. Und einfach immer lecker. Die Linzertorte®. Und sie geht auch als Muffins.

https://www.chefkoch.de/rezepte/818291186375220/Linzer-Torte.html

Hinterlasse einen Kommentar