Neue Medien, alte Medien

Aus der von Berliner Privatschülern treffsicher „Ski-Ferien“ genannten unterrichtsfreien Zeit macht der Forschernachwuchs „Basketballferien“. Er besucht ein Tages-Camp des örtlichen Vereins.

Dort gibt es in der Mittagszeit eine 45-minütige Pause, wo im Sportverein nicht gesportelt werden soll. Die jugendlichen Trainer dürfen schon ein paar Dunkings machen, die rund 30 Kinder aber sollen sich möglichst still verhalten.

Zur Beschäftigung darf man alle seine elektronischen Medien mitbringen, denn wie immer bei solchen Camps wird nach dem desolatpädagischen Ansatz gearbeitet.

Aber der Forschernachwuchs möchte seine unterhaltungselektronischen Gerätschaften (die ihm seine desolatpädagogischen Eltern bereitstellen) lieber nicht mitbringen. Er gibt seiner Mutter recht, dass so etwas ohne Einschließmöglichkeit in einer Turnhalle allzu schnell geklaut werden kann, nicht zuletzt von irgendwelchen Fremden.

Für andere Beschäftigungen und Spiele sind die jungen Campteilnehmer bei Vorhandensein von Switch & Co nicht mehr offen. Die Kinder mit den Endgeräten sind schwer von plötzlichen Freunden belagert und spielen dann meist Spiele, die der Forschernachwuchs gar nicht kennt.

Langweilige ist das Schlimmste für den Forschernachwuchs. Tritt sie kurzzeitig auf, bereitet sie ihm beinahe körperliche Schmerzen. Um diese abzuwenden, muss der Junge nun auch noch ein Buch lesen.

Zum Glück mag er Comics und hat jetzt neben Trinkflasche, Ball, hellem und dunklem Shirt immer noch seinen Donald Duck in der Tasche.

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