Triggerwarnung: sexuelle Gewalt an Kindern
Zum Fall der Entführung aus dem Spaßbad in 2025 gibt es neue Erkenntnisse, auf die Frau Life Science schon gewartet hatte. Bisher schien es nur immer überall zu heißen, Eltern müssten eben einfach besser aufpassen. Damit war das Thema erledigt. Im Zuge des aktuell stattfindenden Gerichtsprozesses weitet sich nun endlich die Sicht.
Als Frau Life Science die neuen Medienberichte liest, fragt sie sich allerdings: warum diese widersprüchlichen Informationen?
War das Mädchen jetzt zwei Stunden verschwunden (ZEIT, Tagesschau, 9.2.26) oder drei Stunden? (BZ u.a.,10.2.26)
Der Tatort und der Ort des zufälligen Auffindens des Opfers waren kilometerweit voneinander entfernt. Eine Strecke, die das hilflose Kind alleine bewältigt hat. Das Maisfeld war der Tatort, das Waldstück war der Fundort. Wird aber gerne mal verwechselt (Schwäbische, 9.9. / SWR Video, 9.2.26) und auch die Kilometerangaben schwanken.
War es eigentlich ein LKW-Fahrer (SWR und Tagesschau 9.2.) oder ein Pizza-Lieferant (BZ 10.2.), der das Mädchen gerettet hat, oder wurden etwa Pizzen mit dem LKW ausgeliefert?
Warum gab es zu den Verbrechen vom 9.8.2025 erst am 14.8.2025 erste Medienberichte? Hätte man mithilfe der Öffentlichkeit nicht Zeugen finden können? Am 15.8.25 wurden laut Spiegel online „dringend“ Zeugen gesucht. Ja, scheint äußert dringend.
Weiterhin fragt sich Frau Life Science:
Welche Rolle spielen die Nationalitäten? Gibt ein Rumäne in der Öffentlichkeit ein gutes Feindbild ab, sodass vom Versagen des Systems abgelenkt werden kann? Wird einer türkischen Familie evtl. weniger geholfen als einer biodeutschen? Fragt man sich?
Der Täter wurde anscheinend durch die Durchsicht von Videomaterial – gerne mit dem Zusatz „das der Betreiber zur Verfügung gestellt hat“ – identifiziert. Danke, lieber Betreiber!
Es war in diesem Zusammenhang eine Zeit lang noch von einem unbeteiligten Zeugen die Rede, der die Identifikation anhand der Aufnahmen überhaupt ermöglicht habe. Diese Meldung inzwischen: Verschwindibus. (Spuren im Guller, 16.8.25, SWR, 17.8.)
Wie innovativ ist eigentlich die neue zusätzliche neue Sicherheitsmaßnahme des Betreibers, ein Armbändchen mit der Telefonnummer der Eltern auszugeben? Man kann diese Armbänder dann künftig auch technisch untereinander koppeln. Eine technische Kopplung in 2025! Zapperlot! Da muss man erstmal drauf kommen. Neuester technischer Standard im Vergnügungsbereich, Sicherheit aus 1996.
Wenn als zweite und letzte Maßnahme des Betreibers „die Eltern sensibilisiert“ werden sollen, heißt ja doch wieder: „Besser ufbasse“. Kann das noch als „Maßnahme“ des Betreibers bezeichnet werden?
Und warum hat die Einsetzung dieser „zahlreichen“ Maßnahmen (BZ 10.2.26) – in Worten zwei Maßnahmen – ganze zweieinhalb Monate bis in den Oktober 2025 gedauert?
Wer hat genehmigt, dass mit diesem Spaßbad einen Raum geschaffen wird, wo im Krisenfall große Menschenmassen offenbar gar nicht mehr lenkbar sind? Nicht durch Durchsagen beispielsweise, weil man diese angeblich gar nicht effektiv hören kann, wie es die Pressestelle des Betreibers verlauten lässt? (BZ, 10.2.26)
Wenn es ein super Sicherheitssystem gibt, warum kam es nicht zum Einsatz? Das Personal kommunizierte im vorliegenden Fall weder untereinander, noch mit der Security und erst recht nicht mit der Polizei. Wie sicher ist ein Sicherheitskonzept, das nicht genutzt wird?
Warum dauerte es 40 Minuten und zwei Anrufe, bis die Polizei beim zufällig gefundenen Mädchen in der Nähe des Nachbarorts des Bades eintraf?
Warum regte die Polizei keine medizinische Untersuchung des Kindes an?
Das Personal des Spaßbades habe seine Pflicht verletzt, betont der Vater des Kindes. Die Pflichten der Familie gegenüber bestimmt. Aber vielleicht war man auf eine Art doch sehr pflichtbewusst: dem Betreiber gegenüber. The show must go on!
Man müsse mögliche Panik verhindern, hieß es auf Seiten des Personals (BZ 10.2.26), als sie die Bitte der verzweifelten Eltern nach einer Durchsage sechs oder sieben mal ablehnten.
Das wird die Panik des Betreibers gewesen sein.