Vertikales Wochenbett

Heute sollte man mal wieder, so wie nächste Woche Montag und Dienstag und generell oft, lieber kein Kind in die Kita bringen, wegen weil nur wenn es sein muss.

Da in Deutschland immer noch Schulpflicht herrscht, kann Frau Life Science ihre Schützlinge nicht so leicht abbestellen (sie kommen von selbst nicht alle so regelmäßig, ebenso wie manche Lehrperson, aber das ist ein anderes Thema). Jedenfalls nahm sie das als Grund, ihr Kind zu den Öffnungszeiten einfach zu bringen, und ihren Betreuungsvertrag sowie ihren Rechtsanspruch zumindest teilweise geltend zu machen.

Wegen eines Pädagogischen Tages bei der Bildungseinrichtung vom anderen Kind stand sie an dem Tag bereits vor der Herausforderung, einen neunjährigen Praktikanten bei ihrer Unterrichtstätigkeit zu integrieren. Sie kann ja froh sein, dass das keinen stört und dass sie im Flur noch Kolleginnen trifft (hier muss man nicht gendern), die es genauso machen.

Als sie nach dem kurzen Teilzeit-Arbeitstag mit dem Praktikanten und dem verfrühten Abholen von der Kita auf dem Spielplatz der eigenen Wohnanlage strandeten, der ebenso wie alles und jeder heutzutage größtenteils außer Betrieb ist, was die entrechteten Kinder aber nicht weiter zu stören scheint, trafen sie ein anderes Kind aus der Kita und seine Mutter.

Diese Mutter hatte außer dem Kita-Buddy ein taufrisches, zart röchelndes Neugeborenes dabei und war ganz offensichtlich im sogenannten Wochenbett.

Im Zuge dessen hatte sie ihr mittleres Kind heute nicht in die Kita gebracht. Schlechtes Gewissen. Sie sei ja… zuhause …. und wenn die Kita um häusliche Betreuung bittet…

Ist klar! Im Wochenbett kann man alles machen. Warum nicht? Vielleicht noch einen Nebenjob annehmen? Im Home Office? Wenn man doch zuhause ist?!

Dass man diese Mutter überhaupt in die Frage nach häuslicher Betreuung einbezogen hat, lässt Frau Life Science sprachlos zurück.

Ein Gedanke zu “Vertikales Wochenbett

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