Krisenbildung

Schon wieder Krise…

Frau Life Science ist vom Blackout Berlin nicht betroffen und wenn sie es wäre, könnte sie vermutlich nicht bloggen, denn alles hängt am Strom, alle hängen am Strom, alle sind ab-häng-ig vom Strom, stehen unter Strom und alle sind stromlinienförmig.

Nachdem man sich in der Vergangenheit bereits in Virologie und Epidemiologie als Laie umfassend fortgebildet hat, ganz ohne eine Bescheinigung, ist nun das Thema „Energieversorgung“ dran.

Man lernt wieder mal dazu: Ein ganzes Stadtgebiet hängt an einer einzigen dürren Lebensader, einer unscheinbaren Kabelbrücke (wieder so eine neue Vokabel) mitten in der Gartenkolonie im biodeutschen Berliner Wohnviertel. An diesem unbedeutenden Rad- und Spazierweg, den Familie Life Science schon oft genug genutzt hat.

Wer hätte je geahnt, dass hinter dem schnöden Verschlag der seidene Faden gespannt ist, der Villenviertel wie Hochhaussiedlungen, Krankenhäuser, Pflegeheime und Korallenfarmen (!) aber auch Supermärkte und teils den S-Bahnverkehr , dazu auch noch den gesamten Handybetrieb am Leben erhält?

Die Terroristen wussten es anscheinend selbst nicht? Oder ihr Auftraggeber hat sie nicht ausreichend informiert? Sie wollten “nur” das Heizkraftwerk treffen? Wirres Bekennerschreiben mit noch wirren Nachträgen. Hat sich schon jemand des falschen Bekenntnisses bekannt? Oder wenigstens der Wirrheit?

Schulschliessungen sind wieder da! 19 an der Zahl.

Frau Life Science nimmt sich vor, hässliche Zweckbauten und Verschläge auf Rad- und Spazierwegen künftig viel, viel genauer zu betrachten. Mein Gott, war sie naiv. Sie dachte, es ginge sie alles nichts an! Hätte sie halbwegs Bescheid gewusst, hätte sie beim Überwachen der gefährdeten Lebensader schon ein wenig mitgeholfen. Sie füttert ja auch Nachbars Katze. Man tut, was man kann! Auch der Forschernachwuchs hätte mit seiner neuen Fitnessuhr öfter mal am neuralgischen Punkt vorbeijoggen können – einfach so ein bisschen ein Auge drauf haben – das wäre echt kein Ding gewesen.

Es ist nicht lustig. Leider gar nicht. Allen Betroffenen ein gutes Durchhalten! Wir lassen uns nicht spalten. Wir lernen auch diese Vokabeln noch und die Betroffenen stehen auch das noch durch. Man hortet jetzt Kerzen!

Krisen bilden.

2 Gedanken zu “Krisenbildung

  1. Cyberangriffe aus dem bösen Ausland braucht es gar nicht um hier Chaos zu stiften.
    Bei diesen Temperaturen ist das weder witzig noch heldenhaft, denn es trifft eben nicht nur die vermeintlichen „Bonzen“ in Zehlendorf

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  2. Da bin ich aber froh, dass ihr nicht (direkt) betroffen seid. Wir haben
    uns schon dies und das ausgemalt. Ich wünsche also ein möglichst
    gelassenes Unter-Strom-Stehen!

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