Dosenfackeln

Die fantastische Kirchengemeinde von Familie Life Science sammelt jetzt Kerzenreste. Klingt erstmal nach einer harmlosen Gemeindeaktivität wie „Korken für Kork“ oder „Briefmarken für Bethel“. Bis man liest, wofür gesammelt wird.

Eine Person, die sich damit offenbar auskennt, will mit Wachsresten und Wellpappe in alten Blechdosen sogenannte Dosenfackeln herstellen für Menschen in der Ukraine.

Dosenfackeln für Menschen in der Ukraine

Mithilfe der Dosenfackeln soll Essen erhitzt, Licht erzeugt oder sonst wie überlebt werden im Kriegsgebiet.

Frau Life Science geht, als sie das liest, direkt zum Mülleimer und fischt die fünf halb abgebrannten Kerzen heraus, die nach den GeburtstagsfeierN (!) des Herzmädchens übrig geblieben waren.

Wegen der Adventskranz-Kerzen von 2025 überlegt sie noch: die hatte sie eigentlich für den nächsten Stromausfall in Berlin beiseite gelegt.

Freunde und Bekannte geben auch an, sich jeglicher Wachsreste schon entledigt zu haben – im Januar.

Soll sie jetzt zu DM gehen und neue Kerzen kaufen? Zum Einschmelzen für Dosenfackeln? Oder gleich Geld spenden? Wie viel wäre genug?

Und was ist das überhaupt für eine Welt, wo der Zivilisationsmüll des einen für die Wärme des anderen sorgen muss?

2 Gedanken zu “Dosenfackeln

  1. Wobei die Tatsache, dass wir Zivilisationsmüll erzeugen, mich weit
    weniger wütend macht als die, dass in der Ukraine jedes Mal, wenn die
    Stromversorgung mühsam wieder hergestellt wurde, sie wieder kaputt
    gebombt wird, und das bei minus zwanzig Grad. Das ist unfassbar herzlos.

    Sylvia Schmieder

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