Traditionell macht Familie Life Science tief im Süden Urlaub, an einem sehr exotischen Ort namens Dorf, in einem vorübergehenden Mehrgenerationenhaushalt. Erfolgsmodell seit 2019, auch in diesem Jahr.
Wie es da im Detail zugeht, kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht gesehen hat. Frau Life Science ist nicht besonders stolz drauf, aber das Modell gleicht „Betreutem Wohnen”. In umgekehrt.
Die Ü-80 Generation in Form von Oma und Opa, die weder gut sieht, noch gut hört oder zu Fuß ist und auch sonst genug am der Backe hat, betreut die jüngere und die jüngste einfach mit. Am Schluss fragen genannte Personen noch besorgt, ob man sich auch etwas erholt hat. Und entschuldigen sich, dass Essenseinladungen nicht häufiger erfolgten. Was soll man da sagen.
Die Betreuung umfasst jedenfalls Folgendes:
Das Haustelefon klingelt. “Es regnet – Euer Wäscheständer!“ (Huch, schnell wegräumen. Die Klamotten sollten trocknen, nicht tropfen!)
“Es kommt Besuch und ihr braucht Schlagsahne jetzt sofort? Kein Problem! Nein, müsst ihr nicht nachkaufen. Braucht ihr sonst noch etwas? Nehmt einfach und sagt Bescheid.“ (Keller gleicht einem gut sortierten Tante Emma – Laden; beinahe wie bei Preppern.)
„Ach, ist das euer Regenschirm? Der lag beim Komposthaufen. Muss der Wind fortgeweht haben.“
„Habt ihr die Kirschtomaten gesehen? Stehen bei euch an der Tür. Ihr könnt noch mehr haben. Wir essen dann, wenn ihr fort seid.“
„Wollt ihr selbstgezogenen Kopfsalat? Gewaschen und geputzt?“
“Kommt ihr mit zur Wallfahrtskapelle? Wär doch schön?“
“Euer Liegestuhl! Ihr ward nicht da. Wir haben ihn unters Dach gestellt, sonst wird er tropfnass!”
“Wollen die Kinder nicht zum Spielen hochkommen? Klar, habe ich Zeit.“
„Schneidet euch doch noch eine Gurke ab!“
„Was kocht ihr heute? Wollt ihr nicht hochkommen?
„Die frischen Feigen sind jetzt alle für euch. Es kommen ja später noch mehr als genug nach.“
„Die Betten müsst ihr nicht abziehen, wenn ihr geht.“
Doch.
„Aber nicht waschen.“
Doch.
„Aber in den Trockner mach ich.“
Ok. gewonnen.