Frau Life Science hat mit sich selbst ein Abkommen geschlossen. Nicht auf Flohmärkten verlaufen, nichts auf eBay Kleinanzeigen einstellen. Einkaufen ist allerdings bei beidem erlaubt. Macht sie seit Jahren, gibt nie Probleme.
Wenn sie wieder zuhause aufräumt… Ja, die Kinderjeans, die nicht mehr passt, ist schon noch gut. Das Puzzle hier ist auch sehr schön und sogar noch vollständig. Alles aufheben ist nicht in der Stadtwohnung. Und wofür auch bitte? Für dem Forschernachwuchsnachwuchs in 30 Jahren?
Hat sie Lust, sich wegen 5 Euro Verkaufserlös in eine Warteschlange bei der Post zu stellen? Will sie mit Fremden Termine vereinbaren und auf beidseitige Einhaltung hoffen? Möchte sie Gegenstände von allen Seiten abfotografieren und irgendwo einpflegen?
Also ob man nicht mit anderen Verhaltensweisen viel mehr sparen könnte. Die wertvollste Ressource in Frau Life Sciences Leben ist ohnehin Zeit und Lebensenergie. Die sind immer am knappsten. Daher: kein Verkaufsgedöns mit Kindersachen, und seien sie noch so hochwertig.
Und wozu gibt’s den Rumpelbasar? Das soziale Gewissenskonto wird dabei auch gleich wieder aufgeladen. Feine Sache.
Weil aber gerade Ferien waren und weil die Schuhe also wirklich noch so richtig gut waren und Frau Life Science ja zuhause ist und Zeit hat… sie kann es ja mal bei eBay Kleinanzeigen probieren. Geht doch ganz schnell mit dem Fotos. Hochladen, Ihre Anzeige ist online.
Wenn sie sich an ihr eigenes Gelübde nicht hält, braucht sie sich nicht zu wundern, dass es schiefgeht.
Frau Life Science ist unversehens Opfer eine Phishing-Attacke geworden. Sie hat es noch rechtzeitig gemerkt und die Karte gesperrt.
Sie? Wohl eher der Lifescientist kam dahinter. „Dass musst du doch merken, dass der Ablauf so nicht normal ist?“
Der Lifescientist ist auf manchem Auge blind, auf dem mit Geld und Sicherheit sieht er allerdings sehr gut.
Frau Life Science war gar nicht aufgefallen, dass die Auszahlung so unnötig kompliziert war. Schließlich ändern diese ganzen Dienstleister ständig ihre Bedingungen und tun das in zahlreichen Emails kund, die man niemals liest.
Tatsächlich aber wurde sie über „EBay“ (dachte sie) auf eine auf den ersten Blick echt aussehende Seite geleitet und Kreditkartendaten sollten dort eingeben werden. Es schien ihr alles völlig plausibel und sogar ein Chat wurde angeboten, den sie wegen einer Rückfrage nutzte.
Vorgang inzwischen gemeldet. Kein materieller Schaden ist entstanden, aber ein Gefühl von Kontrollverlust bleibt zurück. Diese beschriebene Situation kann sie in Zukunft vermeiden. Eine gefälschte Seite wird sie nun schnell erkennen. Bezahlabläufe auf Logik und Plausibilität prüfen. Aber auf welchen ganz anderen Trick fällt sie als nächstes rein – oder ist es längst? Wann würde sie es gegebenenfalls merken?
Aber Erleichterung macht sich auch breit. Denn zur Post muss sie heute nicht. Die vermeintliche Käuferin ihrer Kinderschuhe gibt es ja so gar nicht. Die Dinger wandern direkt in die große Papiertüte hinter der Schlafzimmertür. Für den Rumpelbasar. So einfach geht das.
Was man alles spart, wenn man nicht unnötig ausgeraubt wird!
Ja, da darf man sich nicht wundern, dass die Menschen lieber alles wegschmeißen, statt zu verkaufen. Aber ich habe am Wochenende einen Bollerwagen über Kleinanzeigem verschenkt. Ging ratz-fatz, wir konnten das Geld-Thema umgehen und seit dem steht das Teil halt in einem anderen Keller … aber nicht mehr in meinem 😉
LikeGefällt 1 Person
Beste Lösung! Da freut sich sicher jemand.
LikeLike
Bei uns am Haus vorbei führt ein Zuweg (oder „Ab“weg, je nach Richtung) zu einem beliebten Spazierweg im Grünen. Ich stelle nach kurzem Check der Wetter-App gerne Sachen „zu verschenken“ vors Haus. Morgens vorm Wegfahren hingestellt und wenn ich Mittags nachhause komme, sind viele Sachen verschwunden.
Ich erfreue mich dann gerne an der Vorstellung, wie sich jemand freut, spontan Beute gemacht zu haben.
Verkaufen über das Kleinanzeigen-Portal ist auch wirklich mühsam. Ich versende auch nach gemachten Erfahrungen, wo ich nach bitterbösen Nachrichten des Käufers ohne Ware und ohne Geld da saß, nicht mehr. Nur noch mit Abholung: erst anschauen, dann kaufen wie gesehen. Nur die Anfragen, ob ich nicht doch versende, weil man doch ganz nett ist und es dringend für kleines Geld braucht, und die dann oft sehr patzig reagieren, weil man nochmal bestätigt, dass man wirklich nicht versendet, die nerven. Und ein 1€-Artikel ist den Aufwand mit Post echt nicht wert.
LikeGefällt 1 Person