4 Groschen für die Vorschulbildung

Das Herzmädchen ist jetzt Vorschülerin. Gruppe B.

Diese Lebensphase beinhaltet in der Kita ein spezielles Programm, genannt „die Vorschulfüchse“, zu dem vorab ein Elternabend stattfand.

Abende beginnen in der Kita stets um 15 Uhr. Life Science war an diesem Nachmittabend dank Haltbagsjob die Erste im Raum und folgte den Ausführungen aufmerksam.

Als es nach endlosen Wochen ungeduldigen Wartens der Aspirant:innen, nach Metaebenengequatsche, A und B-Gruppenfindung und sonstigen Trockenübungen wirklich inhaltlich losging mit dem Programm, versagte sie als Mutter, und noch dazu Lehrerin an der Grundschule, komplett.

Eines Morgens war plötzlich Vorschulfüchse-Chemie, und das Herzmädchen hätte 4 Euro dabeihaben sollen. Weil wegen nämlich.

Frau Life Science hatte das natürlich schon gehört gehabt, dass das vorzulegen sei, das machte ihr auch nichts aus, sie hatte nur vergessen, eigenständig daran zu denken, dass dies an jedem dritten Dienstag mit ungeradem Datum in Monaten mit „r“ oder so ähnlich der Fall war.

Sie war ja bereis bekannt als diejenige, die die Brotbox auf dem Flurtisch stehen ließ. Jetzt natürlich auch das Geld.

Beschämt auf dem Rückweg vom zur Kita Bringen, lief sie noch unweit der Kita überraschend dem Lifescientisten mit Rollkoffer in die Arme, der zur Geschäftsreise in die sonst ungewohnte Richtung aufbrach.

Die bei der Gelegenheit erbeuteten 4 Euro konnte sie dann schneller als erwartet in der Kita einreichen, jedoch nichts ahnend, dass nach wochenlanger Sendepause plötzlich bereits am unmittelbar nächsten Tag schon wieder ein anderes Vorschulfuchsprogramm in Gruppe B fällig war: Kochen. Hierzu waren einmalig 5 Euro fällig, die natürlich wieder nicht vorlagen.

An einem weiteren allgemeine Elternnachmittabend, der zufällig an diesem Tag noch stattfand, wurde Frau Life Science vor anderen darauf angesprochen und konnte die 5 Euro schlicht nicht aufbringen.

Zuhause sah sie sich das zusammengetackerte Vorschulfüchse-Heft an der Wohnungstür noch einmal an. Man kann es kaum beschreiben, aber der Ablauf des Programms war in einer Art und Weise dargestellt, die die gedankliche Aufnahme schlicht verunmöglichte.

War das am Ende ein Programm, dass die Kompetenzen der Eltern auf den Prüfstand stellen sollte?

Es war irgendwie wichtig mit den Wochentagen, Chemie war immer an einem Dienstag, aber nur manchmal. Gruppe B war anders als A, aber manchmal hatten sie auch zusammen. Also eigentlich musste man jeden Morgen vier Listen durchgehen, ob irgendetwas zu beachten war.

Oder eben das Pamphlet in eine übersichtliche Darstellung transkribieren.

Das Problem war ja hauptsächlich das Geld. Dass die Groschen zeitgerecht über die Ziellinie kommen.

Alles auf einmal überweisen ging wohl auch nicht, weil es ja noch achtmal ausfallen könnte, dann wäre da ein Überhang an den Groschen, und Schwarzgeld mag ja auch generell keine Überweisungen.

Wie man sieht, gibt es keinen Ausweg, da muss man sich einfach durchfuchsen als Vorschulfuchsmutter.

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