(433) Chronisch grippal – Geschichten vom kranken Kind II

Das mit dem Erbrechen von vor drei Wochen wiederholte sich nicht, jedoch nistete sich der grippale Infekt, den das Kind schon vor der Zugfahrt hatte, tiefer und tiefer ein. Drei verschiedene Pädiater, die man in dieser Sache zufällig sprach, verschrieben unabhängig voneinander Frischluft, Frischobst und Frischgemüse, sonst nichts. Gegen Viren ist ja kein Kraut gewachsen.

Der Infekt stabilisierte sich und die Eltern gewöhnten sich über die Wochen daran, so wie andere Kinder eine Nussallergie haben oder Linkshänder sind, hatte ihr Kind eben einen grippalen Infekt.

War ja auch lange Weihnachtsurlaub. Im Anschluss an diesen sahen die Eltern keinen Widerspruch darin, trotz grippalem Infekt die Eingewöhnung in der neuen Kita zu beginnen. Sie würde der verordneten Therapie kaum entgegenstehen, denn Frischluft könnte man auf dem Weg dorthin einnehmen und Frischobstgemüse würde vor Ort sicher auch auf dem Rohkostteller gereicht werden. Außerdem verläuft die von Frau Life Science so geschätzte „Eingewöhnung nach dem Berliner Modell“ ohnehin nach der Eieruhr, das heißt, man wird schon bald nach dem Schuhe ausziehen wieder nach Hause geschickt. Körperliche Überlastung war also nicht zu erwarten.

Nach der ersten eineinhalbstündigen Stippvisite in der neuen Kita ging die Familie am Nachmittag noch zur Berliner Kinderärztin, um die erforderliche Bescheinigung der Kitatauglichkeit zu erhalten. Die Ärztin bescheinigte Kita-Untauglichkeit (und rügte Familie Life Science für das Eingewöhnen von Viren in der Kita).

Sauber. Da kann man also nach Abschluss dieses nicht absehbaren Infekts (übernächsten Monat oder so??) weitere drei Wochen Eingewöhnung in der neuen Kita einplanen. Bis dahin Quarantäne, keine Interaktion mit Menschen, insbesondere Kindern. Zuhause dann aber der Patient, der trotz Infekts den ganzen Tag spielen will, und zwar nicht allein.

Immerhin hatte die Ärztin inzwischen ein Medikament, denn zur verlängerten Mikroorganismen-Holiday-Party hatten sich inzwischen auch Bakterien hinzugesellt und die können antibiotisch verscheucht werden.

Oh, ein echtes Medikament! Was für ein Hoffnungsschimmer. „Schmeckt ein bisschen bitter“, warnte die Ärztin. „Reichen Sie Saft zum Nachtrinken“, empfahl die Sprechstundenhilfe. „Wir nehmen alles in Kauf“, dachten die Eltern.

Sie haben die Rechnung ohne das Kind gemacht.

2 Gedanken zu “(433) Chronisch grippal – Geschichten vom kranken Kind II

  1. Wegen eines grippalen Infekts ist das Kind nicht Kita-tauglich 😱? Dann müsste der Kindergarten im Winter ja leergefegt sein, kaum ein Kind ohne Rotznase!
    Aber positiv möchte ich erwähnen, das uns die Kita-Jahre der Kinder mit so vielen Infekten in Berührung brachten, dass ich in den letzten beiden Jahren nur zweimal um lag und einmal davon war die echte Grippe.

    Gefällt 1 Person

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