Unalltag 25

Wenn man in den letzten Tagen bei Google „Wer sind“ eingibt, vervollständigt die Suchmaske den Satz und schlägt als allererstes vor: „Wer sind die Leopoldina“. Offenbar fragt sich Deutschland seit Tagen, wer oder was die Leopoldina eigentlich ist. Frau Life Science dachte auch zunächst, es heißt Leopoldiner. Da scheinen auf einmal Dinge und Gruppen in existenziellen Fragen handlungsleitend, die bisher so keine Rolle gespielt haben und die nicht jeder Erwachsene buchstabieren kann.

Was ist also die Leopoldina? Bzw. diejenigen, die für deren aktuelle Stellungnahme verantwortlich sind? Offenbar eine Gruppierung, in der es mehr Jürgens und mehr Thomasse als Frauen gibt, wie es eine Kommentatorin in der Süddeutschen feststellt und was man hier überprüfen kann.

Jetzt liegt dank Jürgen, Jürgen, Jürgen, Thomas, Thomas, Thomas und den anderen von der Leopoldina der Fahrplan vor, das Kind bleibt zuhause und die Kontaktsperre uns erhalten. Super. Danke, du saublödes SARS-CoV-2!

Gestern lag eine vorgedruckte und angemalte Postkarte der Kita im Briefkasten. Ja, schön. Aber wenn man bedenkt, dass ja doch ein vertragliches Verhältnis besteht, sozusagen ein pädagogischer Auftrag und noch mehr eine Vertrauensbeziehung, und dass diese vorgedruckte Pappkarte die einzige Botschaft ist seit dem 16. März und bis auf Weiteres, dann ist Frau Life Science doch etwas enttäuscht. Das Kind würde sich über einen kurzen Anruf des Bezugserziehers doch sehr freuen. Fünf Minuten oder so, so etwas kann prägen und drei Wochen halten.

Sie sind ja alle vor Ort. Es wird wie überall systemrelevante Notbetreuung durchgeführt und die MitarbeiterInnen, die im selben Zeitumfang wie bisher weiter arbeiten, werden irgendwann auch mal fertig sein mit der Bewältigung des allgemeinem organisatorischem Chaos und mit Bauklötze waschen.
Vielleicht sollte man einfach selbst anrufen unter dem Vorwand des individuellen Bedankens für die vorgedruckte Pappkarte. Wird morgen gemacht!

Des Weiteren meldet Frau Life Science für morgen eine Demonstration an:

Ort:
Teltow, Brandenburg; Kirschblütenallee

Genauere Ortsbezeichnung:
Öffentliche Sitzbank

Teilnehmer:
1

Demonstrationszweck:
Forderung der Wiederherstellung des Bürgerrechts des bundesweiten Bänkchensitzens, oder Nachweis der epidemiologischen Gefährlichkeit.

8 Gedanken zu “Unalltag 25

  1. Hätte man mich einfach so gefragt, hätte ich gesagt, die Leopoldina muss irgendwas in Österreich sein, direkt neben der spanischen Hofreitschule oder so. Ich musste es auch erst googeln 🙈.
    Genauso wenig hatte ich vor dem algorithmisch erstellten Ranking der derzeit sichersten Länder von dieser Londoner Denkergruppe gehört.
    Ja, die Pandemie schafft neben Virologen und Epedemiologen noch ganz neue Stars!
    Ob wir sie in zwei oder drei Jahren dann im Dschungelcamp sehen können, falls sie sich nicht damit abfinden können, wieder unbeachtet von der Öffentlichkeit vor sich hin zu forschen?

    Gefällt 1 Person

    1. „Wer SIND“ hatte ich eingegeben .. Heute aber kommt nach „Wer sind“ „… die Abschlussklassen“. Bei „Wann“ folgt übrigens „… öffnen die Schulen wieder“, „… spricht Merkel wieder“, „… öffnen Frisöre wieder“.
      Mit Google durch die Pandemie!

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