Unalltag Zweiunddreißig

Hier schreibt nicht Frau Life Science, hier schreibt Mama. Auch Maaaaaamaaa genannt. Oder Mama!!!!!!!
Mammamamamama geht auch, oder Ma-ma-Ma-ma-Ma-ma-Ma-ma. Alternativ noch Mamaichwillwasessen.

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In Berlin sind die Spielplätze wieder offen. Außer der im Innenhof. Der Hausmeister sagt am Handy, er dürfe das Flatterband nicht entfernen. Die Hausverwaltung müsse das wohl erst noch mit den Eigentümern absprechen.
Die Eigentümer dieser seltsamen Wohnanlage sind genau diejenigen, von denen Frau Life Science die Wohlergehen ihres Kindes in der Corona-Zeit abhängig machen will.

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Diese Woche war an drei Tagen verordnungskonformer Nachbarschaftskindergarten im Hause Life Science mit einem Spielfreund. Der Zufall wollte es, dass gerade beim legal draußen Spielen ein Radlader (lernt man schell als Mutter eines Vierjährigen) mit Gabelaufsatz mehrere Paletten Pflastersteine aus dem Vorgarten auflud und in Richtung Innenhof abtransportiere, wo fünf Bauarbeiter sie auf einem neu angelegten Parkplatz verlegten. Die Kinder übernahmen die Aufsicht über den Abtransport und befragten am Ort des Verlegens über den Zaun hinweg die Arbeiter zu ihrem Vorgehen. „Was ist das für ein langes Lineal….?“ ,“Was spannst du da für eine Schnuuuuuur?“ „Warum steckt ihr den Gabelaufsatz in den Sahand?“ In feinstem Berlinerisch und mit allerlei kleinen Provokationen, Sprüchen und Faxereien wurde Auskunft erteilt.

Davon abgesehen ist die Lebenswelt der Kinder klein geworden. Man nimmt sie nirgends mehr hin mit, zeigt ihnen nichts Verrautes und wenig Neues mehr. Sie treffen kaum mehr fremde Menschen, denen sie Löcher in den Bauch fragen können, geschweige denn Bekannte und Verwandte. Wohnung, Innenhof. Wohnung, Innenhof. Mal ne Radtour. Doch das kleine Hirn will Futter.

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Die Stimmung beim Corona-Kind schwankt. Da spritzen Tränen aus beiden Äuglein wegen Nichtigkeiten, und sei es auch eine angeblich weg gegessene Laugenecke. Festgestellt, als es längst vollgefressen im Bett liegt. Einschlafen tut es auch schlecht. Es ist nicht ausgelastet.

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Verblüffend findet Frau Life Science, dass Frisöre hier im Stadtteil in den letzten Wochen relativ ungeniert ihre privaten Telefonnummern in die Schaufenster ihrer geschlossenen Geschäfte hängten, angeblich für „Rückfragen“ oder „wenn irgendwas ist“. Tja, was könnte wohl sein. Haare Schneiden halt.

2 Gedanken zu “Unalltag Zweiunddreißig

  1. Was Frisöre wohl durchaus legal dürfen und tun, ist die „wie-immer“-Farbe anmischen und den Kunden zur direkten Verwendung mit nachhause zu geben. Bestimmt geht es nur um die Farbe! Ausschließlich.
    Da hier die Frisöre am Montag wieder öffnen, gibt es schon ein Hauen und Stechen um freie Termine, die eine oder andere Tirade gab es schon in der örtlichen Facebookgruppe. Der Kampf um Frisörtermine ist schlimmer als ums Klopapier…

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