Ansteckende Gottesdienste

In Frankfurt a.M. haben sich mehr als 40 100 Menschen im Zusammenhang mit einem Gottesdienst mit dem unsäglichen Virus angesteckt. Die Medien illustrieren die Schlagzeile mit Archivbildern, die gotische Kirchenbänkchen mit Omas drauf abbilden.
Ganz schön gefährlich, so ein Gottesdienstbesuch. Hotspot Kirchenschiff?

Frau Life Science wünscht sich dringend eine genauere Analyse. Denn sonst kommen wir dem Virus nie auf die Spur.

Erst wenn man weiter liest, werden die Begleitumstände klarer. Es handelt sich um eine freikirchliche Baptistengemeinde, die in deutscher und russischer Sprache ihre Gemeindekultur in einem umgebauten Wohnhaus pflegt. In freikirchlichen Kreisen herrscht, das weiß man, wenn man dort war, eine andere Kultur des Umgangs, eine Emotionalität und eine familiäre Zwischenmenschlichkeit, die man von konfessionellen Kirchen nicht kennt. Für emotionale Zwischenmenschlichkeit braucht man im Jahre 2020 einen Waffenschein. Leider.

So eine spezielle Gruppierung deutsch-russich-baptistisch eingestellter Menschen hat logischerweise überregionalen Zulauf, es ist nicht die Kirche vom Kiez, wo man am Sonntagvormittag mal rüber läuft, um in einer schon vor Corona leeren Kirchenbank Platz zu nehmen. Die Leute kurven von weiß Gott wo an. In nicht geringer Zahl.

Wenn sich über 40 100 Menschen anstecken, kann man ja schon mal fragen, wie groß die Veranstaltung überhaupt war. Zweckmäßigerweise verlangen die Verordnungen zu Gottesdiensten keine (!) Teilnehmerbegrenzung und keine (!) Aufnahme von Kontaktdaten.

Spitzenidee! Jetzt sind die Infektionen gut in den Landkreisen verteilt und man kann die betroffenen Leute gar nicht ohne Weiteres „einfangen“. Schlimmstenfalls melden sie sich nicht beim Gesundheitsamt und beten das Virus zuhause weg.
Auch in Frankreich hat, als man es noch nicht besser wissen konnte, eine freikirchlichen Gruppierung bereits viel zum Ausbruchsgeschehen beigetragen. Oder diese Sekte in Südkorea! Hätte man ja daraus lernen können.

Den Mundschutz kann man beim hessischen Kirchenbesuch auch legal zuhause lassen. Singen scheint ebenfalls nicht eindeutig verboten und ob in diesem Fall gesungen wurde (laut, emotional mit ganz viel Gottvertrauen ins Aerosol gemischt), ist nicht bekannt. Überhaupt scheinen die Kirchen und Verbände ihre Schutzkonzepte in Deutschland selbst zu basteln.

Desinfektionsmittel sei in Frankfurt vorhanden gewesen. Das ist super, Schmierinfektionen machen 10% der Ansteckungen an. Die restlichen 90 können wir ja vernachlässigen.

Frau Life Science hat sich immer FÜR die Ermöglichung von Gottesdienst ausgesprochen. Auch gegenüber dem Lifescientisten. „Ein Gottesdienst ist kein Federballspiel oder Kinobesuch. Willst du wirklich in einem Staat leben, in dem die Religionsfreiheit eingeschränkt ist, auch wenn sie dich selbst nicht einschränkt? „

Dass sich überregional Menschen im dreistelliger Anzahl völlig legal treffen und ohne Mundschutz irgendwas in geschlossenen Räumen singen oder rufen und man nicht weiß, wo die hinterher hinfahren, hatte sie mit Ausübung von Religionsfreiheit nicht gemeint.

Bibeltreue Christen halten sich in der Regel an staatliche Gesetze (steht nämlich in der Bibel) jedoch über-erfüllen sie sie sicherlich nicht. Das machen die wenigsten Menschen. Da möchte Frau Life Science ihnen keinen Vorwurf machen.

Sie findet es nur doof, dass alle möglichen Hotspots unreguliert bleiben, nur der „Hotspot“ Kindergarten, der ist immer noch zu.

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