Betriebskantinen Ade!

Was Frau Life Science in ihrer Berliner Ecke immer sehr genossen hat: die Mittagspause in anderer Leute Betriebskantinen zu verbringen. Je nachdem, wo sie sich gerade aufhielt, hatte sie die Wahl zwischen Bundesarchiv, Krankenhaus und Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.

Jede dieser Kantinen hatte ihre eigenen Abläufe und ihren eigenen Reiz und allen gemeinsam war, dass sie Gäste willkommen hießen, dort preiswert und ohne Gedöns ein vollwertiges Mittagessen einzunehmen, das kein Fast Food war. Wer kocht schon gerne mittags für sich alleine? Frau Life Science jedenfalls nicht.

Im Krankenhaus beobachtete sie immer belustigt Ärzte, die mit umgehängtem Stethoskop zum Essen schritten, im Bundesarchiv, wo man unter freiem Himmel speisen konnte, gesellten sich meist Rentner des umliegenden Wohngebiets zu den Archiv-Mitarbeitern, und bei der Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderungen standen ebendiese bei der Ausgabe der Mahlzeit hinterm Tresen. Wer nicht drei Minuten mehr mitbrachte, wenn´s Kassieren länger dauerte, war selber Schuld.

Man konnte dort beim Essen in Betriebszeitschriften blättern, die von Ausflügen berichteten, die früher einmal als ungefährlich galten, oder von Festen, die ihren Namen noch verdienten.

Aber das war´s jetzt. Über den Rand des Kantinen-Tellers kann nicht mehr geguckt werden. Zutritt nur noch für Betriebsangehörige. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Herzliche Einladung zum Tag der geschlossenen Tür, er findet 2020 ganzjährig statt. Aus Gründen.

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