Viel Mail um Nichts

Im Emailpostfach ist eine Nachricht von der Elternvertreterin der Kita. Aus der Elternschaft käme just der Vorschlag, dass von einer anerkannten englischsprachigen Kinder-Sachbuch-Reihe jedes Kind einen Titel erwerben und man diese Bücher dann innerhalb der Kita-Gruppe untereinander austauschen könnte. Wer da mitmache.

Frau Life Science denkt: Schnapsidee des Monats und antwortet „Great idea, count us in“. Schließlich geht es um höchstens 20 Euro, die kann der Kindergarten und sein Umfeld immer haben, selbst wenn sie damit ein Papierflieger-Projekt mit Geldscheinen starten wollten.

Es kommt, was kommen musste, eine Kaskade von E-Mails verstopft das Postfach. Putting everyone in cc.

Frau Life Science liest also seit letzter Woche mehrmals täglich und auch nachts, wer mitmacht und mit wieviel Begeisterung, welchen Titel möchte, welcher schon vergeben ist, wer die Sammelbestellung übernimmt, dass Kind Y gar kein Englisch kann (und es offenbar auch nicht lernen möchte) und darum einen deutschsprachigen Titel wählt und verleiht (der übrigens zwei Kilometer weiter in der Stadtbibliothek für alle Bürger kostenlos verfügbar ist) , dass sich noch nicht alle rückgemeldet haben, dass es doch schön wäre, wenn die Kinder ihren Titel selber wählen könnten (Au ja! 13 Dinosaurier-Bücher in der grünen Gruppe wären ideal), dass man die Namen des Kindes ins Buch schreiben soll und wie der Leihbetrieb dann letztendlich vonstatten gehen könnte. Und wer noch ganz andere Bücher zuhause hat, die er auch gerne jederzeit verleiht (siehe Anhang).

Es ist kein Ende abzusehen, denn das Geld ist noch nicht eingesammelt, die Bestellung noch nicht ausgeliefert und im Leihvorgang verlorene/wieder aufgetauchte Bücher sind noch nicht gemeldet. Auch eventuelle Nachzügler wurden noch nicht ins System aufgenommen.

Frau Life Science schreibt der fleißigen Elternvertreterin, die das nicht erfunden hat, aber organisieren muss, sie nehme egal welchen Titel. Jetzt sie ist gespannt, ob es „All about sweet little cockroaches“ oder „How does a hairdryer work?“ oder sonst etwas ein wird, das man schon immer wissen wollte, und wie es dem Forschernachwuchs dann gefällt.

Der Lifescientist, ebenfalls in cc, liest gar nicht mit. Es besteht eine gewisse Unvereinbarkeit zwischen einem Vollzeitjob in der Forschung und der aktiven Mitarbeit am Aufbau einer privaten englischsprachigen Sachbuchbibliothek im Kindergarten. Um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmert Frau Life Science sich sowieso am liebsten selbst. Sie geht davon aus, dass sie mit diesem Projekt noch viel Freude haben wird.

Wenn Sie auch ein Buch aus der genannten Reihe privat leihen möchten, sagen Sie Bescheid. Frau Life Science klärt das dann per Mail.

3 Gedanken zu “Viel Mail um Nichts

  1. Nee, danke, kein Interesse, bin noch traumatisiert von einer Büchertaschennummer in unserem Kindergarten. Und der Beitrag ruft mir wieder in Erinnerung, warum ich heilfroh bin, dass die Kindergartenzeit für uns für immer erledigt ist…

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