(435) Neun Dinge, an denen Frau Life Science erkennt, dass sie doch ein bisschen Berlinerin geworden ist

Familie Life Science hat in diesen Tagen einjähriges Berlin-Jubiläum. Es ist keine Erfolgsgeschichte, so eine Berlinisierung ist kein leichtes Unterfangen, zumindest nicht für jeden. Dennoch gibt es gewisse Fortschritte zu verzeichnen!

E I N S
Als Fußgängerin über die Straße kommen, ohne überfahren zu werden. 

Wird einem als Fußgänger in Berlin „grün“ angezeigt, geht man ja im Normalfall zügig über beide Fahrspuren zur anderen Seite. Da es ja gerade erst ganz frisch „grün“ geworden ist und man nicht gehbehindert oder über neunzig ist, geht man davon aus, dass man ohne weitere Kontrollblicke entspannt über die Fahrspuren hinüberflanieren kann. Nicht in Berlin! Die Grünphasen für Fußgänger sind hier mitunter derart kurz, dass man es gerade mal bis zur Fußgängerinsel in der Mitte schafft. Dort wartet man auf die zweite Grünphase, wenn man weiterleben will.
Oft ist auch auf der zweiten Fahrspur schon die ganze Zeit „grün“ gewesen, als man noch nicht dort war, und wenn man´s dann ist, ist es schon wieder vorbei. Frau Life Science kennt das so nicht. Bisher hat bei „Fußgänger-Grün“ immer die ganze Autostraße komplett stillgestanden und zwar exakt so lange, wie durchschnittliche Fußgänger benötigen, um die Straße vollständig zu überqueren. Schien schon irgendwie zweckmäßig.
Aber seit Frau Life Science die „Berliner Schalte“ verinnerlicht hat, leben sie und ihr Kind deutlich sicherer.

Z W E I
An der Bushaltestelle nicht mehr auf dem für Insider erkennbaren Fahrradweg herumstehen

Auch dies ein deutlicher Sicherheitsgewinn für Frau Life Science und ihre Familie.

D R E I
Im Abo durch die Stadt schaukeln

Frau Life Science hat sich entschieden, in ihre Liebesbeziehung zur BVG weiteres Vertrauen zu investieren und hat für über 700 Euro ein Jahresabo für Busse und Bahnen erworben.

V I E R 
Fahrradfahrerin werden

Immer wenn sie keinen Bus braucht, nimmt Frau Life Science gerne das Fahrrad. Das war nicht immer so.

 

F Ü N F
Der Forschernachwuchs ist endlich in der für ihn richtigen Betreuungseinrichtung angemeldet und eingewöhnt. 

„Soll ich dich früher oder später abholen?“
„Später! Hab ich doch gesagt, Mama!“

Vielleicht liegt das mit dem Wohlfühlen am völlig neuen pädagogischen Ansatz, der im neuen Hause offenbar pilotartig getestet wird: er heißt „Wir sind einfach nett und kümmern uns.“ Diesem experimentellen Bildungskonzept sagt Frau Life Science eine große Zukunft voraus.

 

S E C H S
Korrekte Buchrückgabe 

Es dauerte einige Wochen, bis Frau Life Science lernte, dass man Bücher eines Bibliotheksverbundes nicht flexibel in beteiligten Filialen abgeben darf. Das heiß, man darf es schon, es kostet aber ein Euro Strafe pro Buch. In New York war es nie ein Problem, die Bücher der Babysitterfamilie auf Roosevelt Island einzuwerfen. Frau Life Science war sich sogar so sicher, dass das in Berlin auch geht, dass sie es einer anderen Berliner Mutter weiterempfohlen hat.

 

S I E B E N 
Schrippen bestellen 

Es ist schon ein bisschen abgedroschen mit den Schrippen. Aber es ist wirklich wichtig, dass man beim Bäcker „Schrippen“ sagt.

A C H T
Regenbogen und Kartoffeln frei Haus

Die Pfarrerin von gegenüber schickt ein Foto ins Mailfach. „Schau mal, Frau Life Science, was ich gestern früh über eurem Haus gesehen habe: Diesen wunderschönen Regenbogen.“

Eine andere Mutter aus der Straße schickt Kartoffeln aus eigenem Anbau.

Der eine oder andere hat also inzwischen doch gemerkt, dass Frau Life Science hier wohnt.

Regenbogen.jpg

 

N E U N
Der Kalender füllt sich mit „Berliner“ Dingen, auf die Frau Life Science sich schon freut

Dazu gehören die Blogfamilia im Mai, Potsdam im Juli, der Jahreslauf der Berliner Sommerfeste und so manches mehr. Es wird berichtet werden.

2 Gedanken zu “(435) Neun Dinge, an denen Frau Life Science erkennt, dass sie doch ein bisschen Berlinerin geworden ist

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